Jetzt spricht die ORF-Mitarbeiterin: "Hatte mit Herrn Weißmann nie eine Affäre"
Jene Frau, die von Ex-ORF-General Roland Weißmann belästigt worden sein soll und dessen Rücktritt erzwungen hat, hat sich mit einem schriftlichen Statement an die Öffentlichkeit gewandt. Es liegt der Tageszeitung Die Presse vor.
Darin beklagt die Frau, dass ihre Opferrechte "mit Füßen getreten" worden seien. Sie sei "diskreditiert und diffamiert" worden und von der "Verdrehung der Tatsachen schockiert, erschüttert und emotional sehr betroffen". Zudem stellt die Frau klar, dass es zu keinem Zeitpunkt zu einer Affäre oder "intimen physischen Kontakt" mit Weißmann kam. Dies sei sie bereit, "unter Eid zu erklären".
Das gesamte schriftliche Statement:
"Seit Veröffentlichung meines Versuchs, die Angelegenheit rund um die Affäre Weißmann wirkungsvoll und diskret zu lösen, wurden meine Opferrechte mit Füßen getreten. Ich wurde diskreditiert, diffamiert und wurde mir sogar unterstellt, die von mir gewählte Vorgangsweise aus sachfremden Überlegungen, gar als Werkzeug einer Männer-Intrige gewählt zu haben. Ich bin von den Verdrehungen der Tatsachen schockiert, erschüttert und emotional sehr betroffen. Dass Herr Weißmann mit Anwälten und medialer Begleitung gerichtliche Schritte und strafrechtliche Konsequenzen androht, empfinde ich als ein unangenehm durchsichtiges Ablenkungsmanöver und letztlich als ein weiteres Zeichen jenes Verhaltens, das mich in diese Situation gebracht hat. Meinem wiederholt kommunizierten Angebot, die Angelegenheit auf einem respektvollen Niveau zu lösen, wollte Herr Weißmann nicht nähertreten. Stattdessen wird offenbar Druck eingesetzt, dem ich mich ausdrücklich verwehre.
Ich habe dem ORF aus Transparenzgründen sowie, um meinem Arbeitgeber möglichst rasch eine objektive Grundlage zur Beurteilung des Sachverhalts zu geben, in den letzten Tagen mehrfach angeboten, über meine Rechtsvertretung ein direktes Gespräch zu führen sowie Informationen und Unterlagen vorzulegen.
Nachdem die rechtliche Aufarbeitung nun einige Wochen in Anspruch nehmen wird und ich bis dahin die Verbreitung weiterer Unwahrheiten vermeiden möchte sowie der Öffentlichkeit ein klares Bild des Geschehenen geben möchte, habe ich mich entschieden, mich unter Wahrung meiner Identitäts- und Persönlichkeitsrechte auch an die Öffentlichkeit zu wenden. An dieser Stelle möchte ich ausdrücklich festhalten, dass ich mit Herrn Weißmann nie eine Affäre hatte und es zu keinem Zeitpunkt zu einem intimen physischen Kontakt zwischen uns kam. Dies bin ich bereit, unter Eid zu erklären. Die Tatsache, dass ich nie sexuellen Kontakt mit ihm wollte und nie eine intime Beziehung zu ihm hatte, wurde mir letztendlich zum Verhängnis.
Mein nunmehriger Vorgang dient nicht dazu, den ehemaligen Generaldirektor zu diffamieren, denn das von ihm gewählte Vorgehen sowie das Niveau seiner Sprache ist und war mir immer fremd. Es dient dazu, der Öffentlichkeit meine Geschichte bekanntzumachen. Es soll damit nicht nur mich als Opfer schützen, sondern auch alle Frauen ermutigen, die an ihrem Arbeitsplatz oder in ihrem Umfeld Ähnliches hinnehmen mussten."
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