ORF-Stiftungsratsvorsitzender Lederer kontert Kritik: Beratungsleistungen vereinbar
Seit dem Rücktritt von Roland Weißmann als ORF-Generaldirektor prasseln auch auf ORF-Stiftungsratsvorsitzenden Heinz Lederer Vorwürfe ein. Nicht nur sein Vorgehen, nachdem er Kenntnis von den Vorwürfen einer ORF-Mitarbeiterin gegen Weißmann erlangt hat, sondern auch seine Tätigkeit als PR-Berater stehen dabei im Zentrum. Am Mittwoch verwehrte er sich in einer Aussendung gegen diverse Behauptungen und forderte erneut rasche Aufklärung in der "Belästigungs-Causa".
FPÖ-Mediensprecher Christian Hafenecker stellte am Mittwoch in den Raum, dass Lederer seine "Tätigkeit im Kontrollgremium für Geschäftemacherei gegen die Interessen des ORF benutzt" haben könnte. Lederer wies das nun "schärfstens zurück". "Alle Beratungsleistungen im Rahmen meiner beruflichen Tätigkeit als Unternehmer und nicht als Aufsichtsrat sind hinsichtlich der Vereinbarkeit mit meiner Funktion im ORF-Stiftungsrat geprüft und stehen in keinem Zusammenhang und schon gar nicht im Widerspruch zu den Interessen des ORF", teilte er mit. Alle Vorgaben der Compliance sowie der Corporate Governance seien vollumfänglich erfüllt und eingehalten worden.
Vor dem Hintergrund eines möglichen Verfalls von arbeitsrechtlichen Fristen und im Sinne aller Betroffenen drängt Lederer auf eine rasche und umfängliche Klärung der "Causa prima". Weißmann trat vor ca. eineinhalb Wochen als ORF-Generaldirektor zurück, nachdem sich eine ORF-Mitarbeiterin mit Vorwürfen rund um unpassendes Verhalten Weißmanns ihr gegenüber an Lederer und seinen Stellvertreter Gregor Schütze gewandt hatte. Weißmann weist diese zurück, spricht von einer Beziehung in beidseitigem Interesse und will eine Strafanzeige gegen mehrere involvierte Personen bei der Staatsanwaltschaft Wien einbringen. Die betroffene Frau wandte sich kürzlich an die Medien und legte dem "Falter" Chatnachrichten aus 2022 vor, die laut der Wochenzeitung von herzlichen bis hin zu drängenden und expliziten Mitteilungen reichen. Die Frau zeigte sich zudem von den "Verdrehungen der Tatsachen" schockiert.
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