Nach Weißmann-Rücktritt: Stiftungsrat-Chef weist Kritik zurück
Der Vorsitzende des ORF-Stiftungsrats, Heinz Lederer, weist in einem Schreiben an das Gremium Kritik an der Vorgangsweise rund um den Rücktritt von Ex-General Roland Weißmann zurück. "Das mediale Narrativ, das nun versucht, Vertretern des Stiftungsrats ein Fehlverhalten anzulasten, das zum Rücktritt von Mag. Weißmann geführt hätte, ist falsch", schreibt er in dem Schriftstück, das dem KURIER vorliegt.
Am Dienstag war Kritik durchaus auch aus den eigenen Reihen an der Vorgehensweise laut geworden, die zum Rücktritt geführt hatte.
Lederer werde auch nicht den Vorschlag von FPÖ-Stiftungsrat Peter Westenthaler Folge leisten, Weißmann im Stiftungsrat am Donnerstag seine Sicht der Dinge darlegen zu lassen. Westenthaler begründe die Einladung "damit, dass sich die Mitglieder des Stiftungsrats nur so ein vollständiges Bild machen könnten", so Lederer. "Dies wäre meines Erachtens nur dann möglich, wenn auch die betroffene Person in der Sitzung des Stiftungsrats ihre Sichtweise darstellen könnte und alle - ich nenne das einmal - ,Beweismittel' vorgelegt würden. Ich muss nicht begründen, dass eine STR-Sitzung nicht Gegenstand einer solchen Erörterung sein sollte oder könnte."
Der Ort für eine rasche Aufklärung der Vorwürfe sei "nicht eine Sitzung des STR (Stiftungsrat, Anm.), sondern die ORF Compliance-Stelle", die das Führungsgremium des Stiftungsrats bereits verständigt haben. Da Weißmann inzwischen nicht mehr Generaldirektor ist, stelle sich "die Frage der Anhörung von Mag. Weißmann nicht mehr, weil er nach seinem Rücktritt von der Funktion als Generaldirektor als Dienstnehmer nicht mehr unmittelbar in die Zuständigkeit des STR fällt."
Kommentare