ORF-General Roland Weißmann "nicht freiwillig zurückgetreten"
Roland Weißmann trat nach Vorwürfen der sexuellen Belästigung, die er bestreitet, zurück.
Über seinen Anwalt wendet sich der zurückgetretene ORF-Chef Roland Weißmann gegen Aussagen des ORF-Stiftungsratsvorsitzenden Heinz Lederer. Dieser habe "in Nachrichtensendungen des ORF" Aussagen zum Rücktritt von Weißmann getätigt, in denen laut Aussendung "eine Vielzahl von darin verbreiteten Unwahrheiten" enthalten seien.
So sei Weißmann "gerade nicht freiwillig zurückgetreten", sondern "dazu gedrängt" worden, "ungeachtet der Wahrheit oder Unwahrheit der Vorwürfe zurückzutreten", heißt es in der Aussendung von Anwalt Oliver Scherbaum im Namen von Weißmann. Der KURIER hat beim Büro von Lederer um eine Stellungnahme zu diesem Vorwurf angefragt.
Es sei „egal“, "ob der Vorwurf zutreffe oder nicht. Alleine ein Bekanntwerden des Vorwurfs würde dazu führen, dass ein Rücktritt unabdingbar sei", so die Aussendung. Obwohl sich Weißmann bemüht habe, "im Sinne aller involvierten Parteien eine Lösung zu ermöglichen", wurde "der ungeprüfte Verdacht, den Mag. Weißmann bestritten hat, Montag früh vom Stiftungsratspräsidium via APA-OTS und ORF Medien veröffentlicht."
Weißmann sei überzeugt, dass er "kein Fehlverhalten gesetzt hat". Er habe sich "schweren Herzens und ausschließlich in reiner Verbundenheit zum ORF, für den er mehr als 30 Jahre zum Wohl des Unternehmens tätig war", entschlossen, zurückzutreten.
Er habe "seinen Rücktritt aus wichtigem Grund, der ihn vertraglich zum Rücktritt berechtigt, erklärt", betonte Scherbaum. "Dieser wichtige Grund bestand in dem Umstand, dass die befassten Vertreter des Stiftungsrats Mag. Weißmann nach Vorhalt der ungeprüften Vorwürfe einer Mitarbeiterin am Freitagabend unmissverständlich zu verstehen gegeben haben, dass er von einer Verteidigung seiner Person Abstand nehmen solle und – wie von der Mitarbeiterin gewünscht – seinen Rücktritt erklären solle."
Lederer hatte etwa in der "Zeit im Bild 2" berichtet, der Anwalt der betroffenen Frau habe dem Stiftungsrat entsprechende Materialien vorgelegt. "Auf verschiedenen Tonträgern, auch in SMS und auf Fotos, sind bestimmte sexualisierte Inhalte. Und dass hier das Problem eines Übergriffs gegeben sein könnte." Der Anwalt habe Veränderungen in der Position des Generaldirektors gewünscht. Von finanziellen Forderungen sei keine Rede gewesen.
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