GIS startete Werbekampagne mit Gebührenzahlern

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Kultur Medien
03/29/2020

ORF-Gebührenzahler werben für die GIS

Kampagne mit sechs normalen Menschen statt mahnender Stimme aus dem OFF. Slogan: „Mein Beitrag zahlt sich aus“. Kritik der FPÖ

„Ich verhelfe Österreich, in Krisensituationen den Überblick zu behalten“, erklärte Melanie S. aus Werfenweng auf dem Inserat im Sonntags-KURIER. Damit startete die Gebühren Info Service, kurz GIS, eine seit Dezember vorbereitete Werbekampagne. Zu Wort kommt darin aber nicht mehr die mahnende Stimme, die aufs schlechte Gewissen drückt, sondern Menschen, die Gebühren zahlen und dafür der GIS ihr Gesicht leihen. Alles unter dem Slogan: „Mein Beitrag zahlt sich aus“.

Die Mehrheit der Bevölkerung wisse um die Sinnhaftigkeit der Rundfunkgebühren, meint GIS-Geschäftsführer Harald Kräuter in einer Aussendung. „Diese Mitbürgerinnen und Mitbürger wollen wir in der von ihnen übernommenen Verantwortung für öffentlich-rechtliche Qualität bestätigen und mit der neuen Werbelinie Danke sagen. Gleichzeitig zeigen wir auf, was alles durch ihren Beitrag ermöglicht wird.“

Unabhängige Finanzierung

Während der aktuellen Corona-Krise werde einmal mehr deutlich, wie wichtig die Arbeit der GIS sei. Sie trage dazu bei, „dass der ORF aus einer stabilen und unabhängigen Finanzierung heraus rasch auf aktuelle Situationen reagieren kann und seinem öffentlichen Auftrag gerade auch in Krisensituationen in vollem Umfang nachkommen kann“, heißt es in der Aussendung weiter.

930 Millionen betrug 2019 das Gesamt-Gebührenaufkommen inklusive jenem Anteil, der an Bund und Länder geht (etwa 30 Prozent). Sechs, die dazu beigetragen haben – von der Pensionistin über eine Krankenschwester bis hin zum Beamten – werden in der GIS-Werbung zu hören und zu sehen sein. „Ich bin für Sondersendungen jederzeit gerüstet“, „Ich hab dem Mundl sein Bier bezahlt“ oder auch „Ich halte die unabhängige Berichterstattung hoch“, lauten Statements.

Trittbrettfahrer

Kritik kam gleich am Sonntag von der FPÖ, die als Regierungspartei den ORF aus dem Staatsbudget finanzieren lassen wollte. „Der ORF missbraucht via GIS die Corona-Krise für eine Eigen-PR-Show und lässt sich dafür loben, schlicht seinen Job zu machen“, meinte Mediensprecher Christian Hafenecker. „Das ist geschmacklose Trittbrettfahrerei im Schatten der Coronavirus-Krise.“ C. Silber