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┬ę APA/HERBERT NEUBAUER / HERBERT NEUBAUER

Kultur Medien
09/03/2021

Neues Mateschitz-Medienprojekt "Der Pragmaticus" gestartet

Experten sollen unaufgeregt abseits von tagespolitischen Debatten ihre Inhalte publizieren. Als monatliches Magazin, Online-Plattform und flankiert von einer ServusTV-Sendung.

Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz hat gemeinsam mit Prinz Michael von und zu Liechtenstein ein neues Medienprojekt aus der Taufe gehoben: "Der Pragmaticus" startet ab sofort als Online-Plattform, ein monatliches Printmagazin erscheint erstmals am Montag, 6. September. Das neue Medium soll Expertinnen und Experten Raum geben, ihre Inhalte umfangreich, unverf├Ąlscht und abseits von tagespolitischen Debatten zu publizieren, um neue Blickwinkel auf aktuelle Fragen zu liefern.

Optimistische Grundhaltung

Die Schriftz├╝ge "Fakten. Verstehen. Handeln" und "Auf den Punkt gebracht" zieren das Logo des "Pragmaticus". Das Motto lautet "Pragmatismus statt Ideologie, unaufgeregter Tonfall statt Alarmismus", wobei auf eine optimistische, auf einem humanistischen Weltbild basierende Grundhaltung gebaut werde, hei├čt es in einer Aussendung. Laut der Blattlinie sollen Freiheitsrechte und Eigenverantwortung geachtet werden. Als Aufgabe wird definiert, "faktenbasierte Informationen und Orientierung in einer Zeit zu bieten, die von Erregungsjournalismus, Verk├╝rzung und Zuspitzung gepr├Ągt ist".

Zu durchschauen

"Unser Ziel ist, realistisch an Situationen heranzugehen und nicht in vorgefertigten Modellen zu denken. Kurz: pragmatisch zu handeln", wird der Initiator und Herausgeber des Mediums, Prinz Michael von und zu Liechtenstein, der auch die f├╝r Entscheidungstr├Ąger ausgerichtete Plattform Geopolitical Intelligence Services (GIS) lancierte, zitiert. Menschen seien angewiesen auf seri├Âse Informationsquellen, aus denen sie rasch und unkompliziert Wissen ziehen k├Ânnen, um Ereignisse in dieser Welt zu durchschauen, meint Michael Liechtenstein.

Abseits des Mainstreams!

"Der Pragmaticus" baut auf ein Netzwerk von ├╝ber 100 Expertinnen und Experten auf. Dadurch soll es f├╝r das Medium m├Âglich werden, schwer zug├Ąngliche Informationen zu erlangen und sie f├╝r die Rezipientinnen und Rezipienten faktenbasiert und verst├Ąndlich aufzubereiten. Personen abseits des Mainstreams sollen nicht ausgeschlossen und ein Schwerpunkt auf die Themenbereiche Wissen, Macht, Geld und Mensch gelegt werden.

"Warum Elektroautos dem Klima schaden"

Auf der Onlineplattform www.derpragmaticus.com findet sich bereits ein Dossier zum Thema "Elektroautos: Ausweg oder Irrweg?". Neben einer langen Abw├Ągung zum Thema sind mehrere Beitr├Ąge von Experten wie Ulrich Schmidt, Professor f├╝r Volkswirtschaftslehre, der dar├╝ber schreibt, "Warum Elektroautos dem Klima schaden" oder Thomas Br├╝ckm├╝ller, Senior Scientist an der Technischen Universit├Ąt Wien, der "Mehr Schub f├╝rs Laden" fordert, vertreten. Abseits des Dossiers fragt sich der ehemalige SPD-Politiker Sigmar Gabriel "Mit China leben - aber wie?", Philosoph Konrad Paul Liessmann ist mit einer "Ode an die Grenze" vertreten und der Public-Health-Experte Martin Sprenger zieht "Zehn Lehren aus der Pandemie".

Das Magazin soll in einer Auflage von 200.000 St├╝ck erscheinen. Es kann ├╝ber den Abschluss eines Abonnements auf der Homepage bezogen werden und liegt den ├Âsterreichischen Tageszeitungen "Die Presse", "Kleine Zeitung", "Tiroler Tageszeitung" und "Vorarlberger Nachrichten" bei.

Als Chefredakteur fungiert Andreas Schnauder, der lange Zeit als Wirtschaftsressortleiter bei der Tageszeitung "Der Standard" arbeitete. Gesch├Ąftsf├╝hrer der Pragmaticus Verlag AG, deren Redaktion ihren Sitz in Wien-Leopoldstadt hat, ist J├╝rgen Moosleithner.

Am Pragmaticus Verlag mit Sitz in Schaan, Liechtenstein, sind die GIS-Holding Anstalt sowie die D.A.CH.S Capital AG mit Sitz in Sachseln, Schweiz, zu jeweils 50 Prozent beteiligt. An der GIS-Holding Anstalt h├Ąlt Michael Liechtenstein die Mehrheit, die D.A.CH.S Capital AG steht im Alleineigentum von Dietrich Mateschitz.

Talk auf Servus TV

"Der Pragmaticus" wird von einem gleichnamigen Talk-Magazin auf ServusTV begleitet. Dieses startet am Sonntag, 5. September, um 22.55 Uhr und erscheint fortan jeden ersten Sonntag im Monat. "Weltwoche"-Chefredakteur Roger K├Âppel zeichnet f├╝r die Moderation verantwortlich, teilte der Salzburger Privatsender in einer Aussendung mit. In der ersten Ausgabe spricht er etwa mit der Mobilit├Ątsforscherin Gracia Br├╝ckmann sowie dem ehemaligen Umweltsenator von Hamburg und SPD-Politiker Fritz Vahrenholt zum Thema Elektromobilit├Ąt.

Mateschitz' j├╝ngstes Medienprojekt, die Rechercheplattform "Addendum", wurde vor fast einem Jahr eingestellt. Die 2017 gegr├╝ndete Plattform sollte Erg├Ąnzendes liefern, das in klassischen Medien fehlt. Die Einstellung argumentierte der Red-Bull-Konzern damit, dass trotz mehrerer erfolgreicher und relevanter Rechercheprojekte die urspr├╝ngliche Zielsetzung nicht in ausreichendem Ma├č erf├╝llt worden sei. Mateschitz beabsichtigte im Anschluss "die von ihm unterst├╝tzten journalistischen Aktivit├Ąten st├Ąrker auf l├Âsungsorientierte Projekte jenseits der politischen Alltagsauseinandersetzungen zu konzentrieren".

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