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„Natürlich blond“-Prequel „Elle“: Bei den bösen Rock-Fans

Elle Woods wird vom sonnigen Los Angeles ins graue Seattle katapultiert. Eine farblose Angelegenheit.
Elle

25 Jahre ist es nun her, dass „Natürlich blond“ die Kinos erobert hat – und Schauspielerin Reese Witherspoon zum endgültigen Durchbruch in Hollywood verholfen hat. In der Kultkomödie spielte sie die dauerfröhliche Pink-Trägerin Elle Woods, die beschließt, an die Elite-Uni Harvard zu gehen. Und dort sämtliche Vorurteile über blonde Frauen (zu oberflächlich!, zu faul!, zu wenig intelligent!) zu widerlegen.

Nun ist die Titelheldin zurück – nicht auf der großen Leinwand, sondern am kleinen Schirm: Die Prequel-Serie „Elle“ (zu sehen bei Amazon Prime Video) ist Mitte der 90er angesiedelt und erzählt von den High-School-Jahren der Protagonistin. Die Idee dazu stammt von Reese Witherspoon: In einem Interview erzählte sie, dass die Teenie-Serie „Wednesday“ über die Tochter der Grufti-Ikonen aus der „Addams Family“– also die Antithese zur strahlend guten Laune aus „Natürlich blond“ – den Anstoß gegeben habe. Und das sieht man auch.

Alles beginnt mit einer pompösen Party zu Elles (Lexi Minetree) 16. Geburtstag mit rosaroten Drinks am Pool, Glitzer und Herzchen. Doch dann überbringen ihre Eltern die böse Kunde: Weil ihr Vater die Nasen-OP einer berühmten Schauspielerin verpfuscht hat, muss die Familie schleunigst das sonnige Los Angeles verlassen – und landet ausgerechnet im regnerischen Seattle, der Hauptstadt des Grunge-Rock. In Elles neuer Schule dominieren Flanellhemden und zerschlissene Jeans, vor dem Unterricht wird diskutiert, ob Pearl Jam oder Nirvana den besseren Frontmann haben, und sie beobachtet ungewohntes Verhalten: „Ich glaube, das ist Feminismus.“

Farblos

Sie selbst wird ob ihrer bunten Outfits und optimistischen Art von den bösen, mürrischen Rockern mit Argwohn beäugt. Und tappt in sämtliche Fettnäpfchen, die das Genre der High-School-Serie zu bieten hat – vom Missachten der Sitzordnung in der Cafeteria bis zum Anfeinden mit der coolsten Person der Schule.

Das alles findet in einer düsteren, farblosen Umgebung statt (siehe „Wednesday“), sogar Elles Look wirkt verwaschen. Einige Male zitiert die Serie aus dem Film, es gibt den lauten Heulanfall zu Beginn, angeknabberte Pralinen und die bekannten Keilabsatzschuhe. Beim Versuch, Elles Eingewöhnung in einer ihr fremden Umgebung – im Film war es die Uni – auf mehrere Folgen auszubreiten und dafür die überbordende Freundlichkeit ein wenig runterzudrehen, ist leider viel vom Charme des Originals verloren gegangen. Eine zweite Staffel wurde dennoch bereits bestellt.

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