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Streaming
09/26/2019

Murathan Muslu als Rapper, Wahlkampf in der Schule: Neues bei Netflix & Co

Die deutsche Serie "Skylines" startet, "The Politician" persifliert die USA, "Transparent" geht ins Finale.

HipHop in Frankfurt und Wahlkampf an der High School – damit beschäftigen sich zwei neue Netflix-Serien, die diesen Freitag starten. Wir haben "The Politician" und "Skylinesvorab gesehen und verraten Ihnen, was Sie in beiden Produktionen erwartet. Welche relevanten Filme und Serien dieses Wochenende sonst noch bei Netflix, Amazon Prime Video und Sky anlaufen, lesen Sie in diesem Artikel.

Die Neuvorstellungen der Woche: "The Politician"

„Ich bin ein Gewinner. Ich gewinne, egal, was es kostet. Ich weiß, wie ich mein Ziel erreiche. Und ich lasse mich nicht davon abhalten.“

Payton Hobart (gespielt von Ben Platt), der Protagonist der neuen Netflix-Serie „The Politician“, deren erste Staffel ab heute auf Netflix abrufbar ist, ist kein sympathischer Teenager. Aber er weiß, was er will: Und was er will, ist zufällig das höchste Amt der USA.

Seit seiner Kindheit studiert Payton das Leben der bisherigen US-Präsidenten, und richtet sein eigenes danach aus: Weil Nixon, Reagan und Clinton vor ihrer Zeit im Weißen Haus alle Schulsprecher waren, will auch Payton dieses Amt unter allen Umständen ausfüllen – und geht dafür über Leichen.

 

Hochkarätige Besetzung

Netflix hat keine Kosten und Mühen gescheut, um sich nach dem Wegfall der nun abgedrehten Streaming-Hits „Orange is the New Black“ und „House of Cards“ ein neues Serienstandbein aufzubauen: So wurde etwa Regisseur Ryan Murphy, der mit „Glee“, „American Horror Story“ und „Eat Pray Love“ internationale Erfolge feierte, um rekordverdächtige 300 Millionen Dollar angeworben.

Auch auf Darstellerseite findet man bekannte Gesichter, die das hauptsächlich junge Netflix-Publikum ansprechen: Die Hauptrolle geht an Ben Platt, der dem Kinohit „Pitch Perfect“ entstammt und seither auf der US-Theaterbühne große Erfolge feiert (zuletzt ein Tony-Award für das Musical „Dear Evan Hansen“). Er brilliert in „The Politician“ sowohl schauspielerisch als auch musikalisch – spätestens bei seiner Performance von Joni Mitchells „River“ hat man Protagonist Payton liebgewonnen, und vergisst fast, dass dieser eigentlich ein machthungriger Soziopath ist.

Kalkulierte Schulpolitik

Dass die High School, die als Folie für die politische Welt Amerikas fungiert, nicht wirklich wie eine typische Schule anmutet, liegt nicht nur daran, dass die „Teenie“-Hauptdarsteller allesamt zwischen 24 und 31 Jahre alt sind. Es sind vielmehr die groß inszenierten Schulsprecherdebatten und die überseriösen Wahlkampteams der Kandidaten, die beinahe erwachsener und kalkulierter wirken als die tatsächliche US-Präsidentenwahl 2016, auf die sie anspielen.

Kompensiert wird diese übertriebene Ernsthaftigkeit mit einer Menge Schuldrama und wilden Romanzen. Daneben Esoterik-Ikone Gwyneth Paltrow als Paytons Mutter, die als Ruhepol abseits des Chaos fungieren soll, nur um letztendlich noch mehr Chaos zu stiften.

Vielversprechender Serienstart

 „The Politician“, dessen zweite Staffel bereits bestätigt wurde, wird Hauptcharakter Payton auf seinem Weg zum Oval Office begleiten. Das Konzept bietet Raum für wechselnde Nebendarsteller, neue Schauplätze und eine weitreichende Charakterstudie des komplexen Payton. Netflix hat eine Serie geschaffen, die zwar ausbaufähig, aber vielversprechend ist. Die Folgen, die in der High School spielen, bringen den Zuschauern genau das, was für viele die eigene Schulzeit ausmachte: viel Verwirrung, aber auch viel Spaß.

(von Bianca Rose)

USA, 2019. Von Ryan Murphy, Brad Falchuk, Ian Brennan; mit Ben Platt, Gwyneth Paltrow, Jessica Lange.

>> ab 27. September bei Netflix

"Skylines"

Schauplatz Frankfurt am Main: Die Baseballkappen sitzen tief, das Geld locker. Die Nächte sind lang, die Beteiligten high und es wird so miteinander gesprochen, wie sich das Drehbuchautoren im Hip-Hop-Milieu so vorstellen: „Alter, willst du Stress?!“

Es war leider vorhersehbar, dass eine Netflix-Serie über die Deutschrap-Szene einige Klischees bedienen wird. Aber so richtig peinlich wird’s zum Glück nie. Die sechsteilige Serie „Skylines“, die mit dem Slogan „Frankfurt, Mainhattan, Crack City“ beworben wird, handelt von einem jungen Hip-Hop-Produzent namens Jinn (Edin Hasavonic), der in einem Club entdeckt und bei Skyline Records unter Vertrag genommen wird.

Verlaufende Handlungsstränge

Skylines“ ist aber mehr als eine Serie über das Musikbusiness. Es gibt  drei, vier Handlungsstränge, die parallel und ineinander verlaufen: „Da wäre der Werdegang des Musikers, die Beziehung zwischen mir und meinem Bruder beziehungsweise unsere Verbindungen zu der Polizistin Sara (gespielt von Peri Baumeister, Anm. d. Red.). Und dann gibt es noch das Problem, dass jemand im Keller des Plattenlabels einen Drogenring aufzieht“, sagt Murathan Muslu im KURIER-Interview. Der Wiener Schauspieler spielt den Label-Boss und Rapper Kalifa. Mit Christopher Schärf ist ein weiterer Schauspieler aus Österreich dabei – er verkörpert den neurotischen Fiesling Thorsten.

Skylines“ orientiert sich am Lebenslauf des Hip-Hop-Produzenten Benjamin Bazzazian, erinnert optisch an die Serie „4 Blocks“ und gibt Einblick in Frankfurter Paralellwelten – zwischen Börse, Drogenstrich und Rapszene. (von Marco Weise)

D, 2019. Von Maximilian Erlenwein, Soleen Yusef; mit u. a. Murathan Muslu, Edin Hasavonic.

>> ab 27. September bei Netflix

Was sonst noch läuft: "Transparent: Das Musical Finale"

Vier Staffeln lang hatte die schräge Familie Pfefferman Fans begeistert, nun ist Schluss: Wegen sexueller Übergriffe trennten sich die Macher 2017 von Hauptdarsteller Jeffrey Tambor und seine Figur, Transgender-Frau Maura, muss den Serientod sterben. Zum Abschied gibt es ab Freitag ein zweistündiges Musical, in dem Mauras Verwandte und Bekannte noch einmal zusammentreffen.

>> ab 27. September bei Amazon Prime Video

"Chris Tall Presents ..."

Der deutsche Comedian Chris Tall präsentiert in der neuen Comedy-Serie eigene Stand-up-Nummern, lädt aber auch verschiedene Gäste ein, sich die Bühne mit ihm zu teilen: darunter Ingmar Stadelmann, Osan Yaran, Thorsten Bär und Tutty Tran. Insgesamt gibt es sechs Episoden á 30 Minuten.

>> ab 27. September bei Amazon Prime Video

"In The Shadow Of The Moon"

Thriller trifft auf Science Fiction: Eine mysteriöse Mordserie beschäftigt den ehrgeizigen Polizisten Thomas Lockhart (Boyd Holbrook) aus Philadelphia. Er erwischt die Täterin, die jedoch vor seinen Augen vor einen Zug stürzt und stirbt. Neun Jahre später wiederholen sich Verbrechen nach demselben Muster. Und die totgeglaubte Killerin ist plötzlich wieder auf Überwachungsvideos zu sehen. Der Film "In The Shadow Of The Moon" startet am Freitag.

>> ab 27. September bei Netflix

"Der Trafikant"

Simon Morzé und Bruno Ganz waren in "Der Trafikant" im Vorjahr im Kino zu sehen, jetzt gibt's den Film via Sky auch im heimischen Wohnzimmer. Im Jahr 1937 beginnt der junge Franz (Morzé) eine Lehre bei einem Wiener Trafikanten. Einer der Stammkunden des kleinen Geschäfts ist der alte Sigmund Freud (Ganz), bei dem Franz Rat in Sachen Liebe sucht. Währenddessen ist Hitler kurz davor, in Österreich einzumarschieren.

>> ab 25. September bei Sky

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