Das Homeoffice kennt er gut: Michael Buchinger beim Aufzeichnen einer neuen Podcast-Folge

© Michael Buchinger

Kultur Medien
04/22/2020

Michael Buchinger: "Viele bedanken sich jetzt bei mir"

Der YouTuber und Autor über abgesagte Kabarett-Shows und seinen Alltag in der Isolation.

von Nina Oberbucher

Auf den ersten Blick möchte man nicht meinen, dass sich durch Corona viel für einen YouTube-Star verändert hat. „Eigentlich kenne ich es ja, von zu Hause zu arbeiten, und ich habe mir schon früh die Tricks angeeignet, dass man früh aufstehen und sich etwas Schönes anziehen soll“, erzählt Michael Buchinger im KURIER-Gespräch. 

Der gebürtige Burgenländer ist seit Jahren auf YouTube aktiv, wo er mit humorvollen Videos seine Fans unterhält. Bekannt sind hier vor allem die monatlichen, nicht ganz ernst gemeinten „Hasslisten“ sowie Back-Videos, in denen schon mal das ein oder andere schiefgeht. Mittlerweile hat der 27-Jährige auch zwei Bücher geschrieben, betreibt den wöchentlichen Podcast „Buchingers Tagebuch“ und ist mit seinem Programm „Lange Beine, kurze Lügen“ auf Kabarett-Bühnen unterwegs.

Nächste Woche wäre er damit in Wien aufgetreten, auch andere Shows musste Buchinger coronabedingt absagen. „Ich hatte auch relativ viel in Deutschland geplant, was für mich unentdeckte Ufer sind, deshalb ist das natürlich schade.“

Suche nach lustigen Inhalten

Auch Werbekooperationen, über die Buchinger Geld verdient, haben stark nachgelassen. Viele Unternehmen seien gerade zu Beginn der Krise sehr vorsichtig gewesen, „und das verstehe ich natürlich“. Langsam würden sich Firmen aber wieder trauen, mit Influencern wie ihm zu arbeiten.

So bekomme Buchinger wieder Anfragen, Dinge über Instagram zu bewerben und dabei auch Bezug auf die aktuelle Situation zu nehmen – etwa für Lieferservices oder Fernsehserien. „Das finde ich natürlich erfreulich, zumal ich anfangs ja vermutet hatte, dass das jetzt monatelang ausbleiben muss.“

Eine Veränderung merkt Buchinger auch bei seinen Followern: „Ich habe das Gefühl, die Leute gehen jetzt mehr in die sozialen Medien, und ich merke das auch an der Reichweite. Die Menschen sind wohl auf der Suche nach lustigen Inhalten und stoßen so auf mich.“

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Ein bisschen Realitätsflucht

Mit seinen YouTube-Videos und Instagram-Postings versuche er, „die Leute ein bisschen zu bespaßen“. Seine Podcast-Folgen, in denen Buchinger Anekdoten aus seinem Leben erzählt, mache er zur Zeit extra etwas länger. „Ich bemühe mich auch, nicht ständig über Corona zu reden. Natürlich ist das ein Thema, das uns alle beschäftigt, aber ich glaube, viele sehnen sich auch nach Realitätsflucht und bei mir ist es ja genauso.“

Das kommt offenbar gut an: „Was ich spannend finde, ist, dass ich viele sehr aufrichtige Nachrichten von Leuten bekomme, die sich einfach einmal dafür bedanken wollen, dass ich sie ein bisschen zum Lachen bringe. Das finde ich total lieb. Ich bin das überhaupt nicht gewohnt, dass mir jemand für meine Inhalte dankt. Die Leute sind also doch ein bisschen emotional geworden.“

Kabarett über die Webcam? "Klingt unangenehm"

Als Ersatz für die verschobenen Kabarett-Shows eine Alternative im Internet anzubieten, kann sich Buchinger übrigens nicht vorstellen – obwohl er schon ein entsprechendes Angebot hatte. „Ich weiß, dass das eine witzige Aussage ist, weil ich ja YouTube-Videos mache und es gewöhnt bin, kein unmittelbares Feedback zu bekommen“, erklärt der Entertainer.

„Aber mein Programm in Stille aufzuführen, wo ich genau weiß, an welcher Stelle die Leute normalerweise lachen, stelle ich mir komisch vor. Kabarett über die Webcam – das klingt total unangenehm“, lacht Buchinger.

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