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ORF-III-Chef Peter Schöber abberufen und beurlaubt

Stand wegen seines Führungsstils schon lange in der Kritik.
BACHMANN PREIS: ERÖFFNUNG DER TAGE DER DEUTSCHSPRACHIGEN LITERATUR:  PETER SCHÖBER

ORF-III-Chef Peter Schöber wurde abberufen und beurlaubt. Dahingehend informierte ORF-Chefin Ingrid Thurnher am Mittwoch intern die Mitarbeiter. Schöber habe "in vielfacher Hinsicht Verhaltensweisen gezeigt", die mit "der Funktion einer Führungskraft im ORF nicht vereinbar sind. Es werden "Gespräche zur Auflösung seines Dienstverhältnisses" geführt, heißt es weiter. 

Der ORF wolle Details des Compliance-Berichts nicht kommentieren. Alleinige ORF-III-Chefin ist nun Geschäftsführerin Kathrin Zierhut-Kunz.

Schöbers Vertrag als ORFIII-Chef, der noch von Alexander Wrabetz verlängert wurde, läuft bis Ende 2027. Nach Auslaufen würde Schöber in einen alten ORF-Vertrag zurückfallen. Mit 55 Jahren hat er noch einige Zeit bis zur Pension. Das wird Auswirkungen auf Auflösungsgespräche haben. 

Schöber sei aufgetragen worden, keinen Kontakt zu ORF-Mitarbeitenden aufzunehmen, Thurnher will über etwaige diesbezügliche Versuche informiert werden.

Schöber war nach einer Untersuchung bereits vor Monaten strukturell entmachtet worden. Mitarbeitende des Kultur- und Info-Senders hatten sich zuvor in Chats über verbale Entgleisungen und psychische Gewalt wie Mobbing, Einschüchterungen und Kündigungsdrohungen ausgetauscht. Schöber hat sich zwischenzeitlich in einem „Get-together“ bei den Mitarbeitenden entschuldigt, sollte er rote Linien überschritten haben.

Inzwischen hat Schöber via Einstweiliger Verfügung zu verhindern versucht, dass der Stiftungsrat Einblick in den Compliancebericht bekommt - erfolglos.Die Anschuldigungen kochten damals sieben Wochen nach der Entlassung eines ORF-III-Betriebsrats hoch. Diese Entlassung wurde vom Betroffenen über zwei Instanzen beim Arbeits- und Sozialgericht Wien bekämpft. Sie ist inzwischen rechtskräftig.

Für den Bericht hatten zahlreiche Beschäftigte unter Zusicherung absoluter Anonymität vorgesprochen – nicht alle gegen Schöber. Auch Schöber selbst soll keinen Einblick bekommen haben.

Im Zuge der ORF-Generaldirektorenwahl wurde intensiv diskutiert, ob ORF III wieder in den ORF eingegliedert werden sollte, dadurch hätte Schöber entmachtet werden können. Nun aber wurde er doch aktiv seines Amtes enthoben.

Schöber war einer der Spitzenverdiener im ORF. Mit seiner Abberufung sind die Top 5 aus dem ORF ausgeschieden - bei einigen davon aber werden noch Prozesse auszufechten sein. Topverdiener Robert Kratky ging selbst, es folgten Roland Weißmann, Werbechef Oliver Böhm, Ex-Sportchef Johannes Aigelsreiter und eben Schöber.

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