"Máxima" startet zweite Staffel: „Von außen sieht man nur Glanz und Luxus“
Ganz geheuer ist Máxima der Fisch auf dem Pappteller vor ihr nicht. Tapfer verkostet sie ihn trotzdem und verkündet den um sie herum versammelten Niederländern das erlösende Urteil: „Lekker!“ Schließlich will sich die gebürtige Argentinierin in ihrer neuen Heimat beliebt machen – bald soll sie den niederländischen Thronfolger Willem-Alexander heiraten. Und eines Tages an seiner Seite Königin werden.
Den Weg dorthin zeichnet die Serie „Máxima“ nach, deren zweite Staffel ab Donnerstag (2. 4.) beim Streamingdienst RTL+ abrufbar ist. Es ist eine „von wahren Begebenheiten inspirierte fiktionale Dramatisierung“, wie es im Vorspann heißt. Eine Liebesgeschichte vor dem Hintergrund von Politik und Palastregeln.
Das Interessante seien dabei jene Momente, „von denen wir nicht wissen, wie sie ausgesehen haben, weil sie sich hinter verschlossenen Türen abgespielt haben“, erzählt Hauptdarstellerin Delfina Chaves beim Setbesuch des KURIER während der Dreharbeiten in Amsterdam im Vorjahr.
Ungewöhnlich
Wie Máxima Zorreguieta kommt auch Chaves aus Argentinien und kann nachempfinden, wie es ihrer Landsfrau nach ihrer Ankunft in den Niederlanden wohl ergangen sein mag – mit dem schlechten Wetter, der schwierigen Sprache und der fremden Staatsform: „Die Menschen hier sind mit einer Königsfamilie und Traditionen wie dem Königstag aufgewachsen. Für mich als Argentinierin ist das alles sehr ungewöhnlich“, sagt die 30-jährige Schauspielerin.
„Von außen sieht man nur Glanz und Luxus, aber hinter den Kulissen ist die Realität eine andere – vor allem für Máxima. Sie muss sich an unzählige Protokolle halten, obwohl sie große Ambitionen hat und arbeiten möchte.“ Besonderen Eindruck habe bei Chaves hinterlassen, dass Máxima „verpflichtet ist, Mutter zu werden, damit die Krone weitergegeben werden kann. Königin zu werden ist etwas, das man wirklich wollen muss.“ Das sei weit weg vom Leben der Darstellerin. „Deshalb habe ich auch großen Respekt davor.“
Gegenwart
Konzentrierte sich die erste Staffel der niederländischen Serie noch auf Máximas Kindheit, das Kennenlernen mit Willem-Alexander und die öffentlich geführten Debatten über die Rolle ihres Vaters während der argentinischen Militärdiktatur, reichen die neuen Folgen näher an die Gegenwart: Sie beginnen mit den Vorbereitungen für die Hochzeit im Jahr 2002 und enden mit der Krönung 2013.
Dazwischen muss Máxima lernen, mit den Erwartungen am Hof und der neugierigen Presse zurechtzukommen, es werden Kinder geboren und Familienmitglieder begraben.
„Die Verantwortung ist jetzt etwas größer“, sagt Martijn Lakemeier, der Willem-Alexander verkörpert. „Wenn man etwas spielt, das vor langer Zeit passiert ist, fühlt man sich ein bisschen freier.“
Herausfordernd sei auch die große Zeitspanne gewesen, die in der zweiten Staffel abgedeckt wird: „Ich bin Anfang 30, und am Ende der Staffel spiele ich einen 46-Jährigen. Und da wir nicht chronologisch drehen, kann es sein, dass man an einem Tag verschiedene Lebensphasen darstellen muss. Dann muss man sich ins Gedächtnis rufen: Ah ja, du bist 46 und hast drei Töchter“, berichtet der niederländische Schauspieler, der mit seiner Kollegin Chaves nicht nur beruflich verbunden ist: Die beiden wurden während der Arbeit an der ersten Staffel ein Paar, trennten sich und lösten zuletzt durch Social-Media-Posts und Interviews wieder Spekulationen über ihren Beziehungsstatus aus.
Todesfälle
Gedreht wurden die neuen Folgen von „Máxima“ hauptsächlich in den Niederlanden, aber auch in Österreich. Denn in Vorarlberg verbringt die Königsfamilie regelmäßig ihren Winterurlaub. 2012 endete dieser jedoch tragisch: Willem-Alexanders jüngerer Bruder Friso verunglückte beim Skifahren – einer von mehreren Todesfällen in der neuen Staffel. Österreich ist aber nicht nur Kulisse für traurige Ereignisse, wie Joosje Duk, eine der beiden Regisseurinnen, berichtet: „Wir haben dort viele schöne Momente gedreht, in denen man sieht, wie Willem-Alexander und seine Geschwister ungezwungen Zeit miteinander verbringen.“
„Es ist eine niederländische Geschichte, aber weil wir sie aus Máximas Sicht erzählen, wird sie automatisch international“, meint Duk.
Bisher wurde die Serie in über 80 Länder verkauft. Und für Nachschub ist gesorgt: Nicht nur eine dritte Staffel, sondern auch ein Spin-off wurden bereits bestätigt. „Wann immer wir die königliche Familie jetzt in den Nachrichten sehen, freuen wir uns“, sagt die Regisseurin und schmunzelt.
- Die Serie "Máxima" ist bei RTL+ verfügbar.
- Die sechs Episoden der zweiten Staffel werden ab 2. April in Doppelfolgen veröffentlicht – in deutscher und in der Originalversion.
- Neben Delfina Chaves und Martijn Lakemeier spielen u. a. die Niederländerin Elsie de Brauw als Königin Beatrix und der Deutsche Sebastian Koch als Prinz Claus.
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