"Kommissar Rex" kehrt zurück: "Er ist einfach ein Superheld"

Nach mehr als zwanzig Jahren Pause startet am Montag das ORF-Serienrevival des Jahres. Hauptdarsteller und Regie über die sechs neuen Folgen mit dem tierischen Kult-Ermittler.
Kommissar Rex

Für Maximilian Brückner war es auch ein Wiedersehen mit seinem tierischen Filmbuddy, als die ersten neuen Folgen von „Kommissar Rex“ vor Ostern in der Wiener Urania präsentiert wurden.

„Es hat mich schon wahnsinnig gefreut, als ich ihn gerade wieder gesehen habe“, sagt der bayerische Schauspieler im KURIER-Interview.

Und wie es gelaufen sei?

„Super, der hat mich abgeschnuffelt von oben bis unten. Ich bin das ja gar nicht so gewohnt, weil ich keinen Hund habe.“ Am Filmset sei er außer den Tiertrainerinnen der Einzige gewesen, „der ihn streicheln durfte. Damit er keine Reizüberflutung hat.“

Tiertrainerin Farina Klause (siehe Story unten) findet, dass sich Brückner beim Dreh der sechs neuen Filme sehr gut geschlagen hat: „Weil er keine Berührungsängste hat, sondern natürlich an die Sache herangeht und den Hund ins Herz geschlossen hat.“

Kulturgut

Warum hier so ausführlich caniner Content besprochen wird?„Kommissar Rex“ ist quasi nationales Kulturgut. Ein Jahrzehnt lief die Krimiserie mit dem patenten Hund erfolgreich in ORF und Sat.1, bis der Ermittler auf vier Pfoten 2004 in den Ruhemodus ging. In Italien ging es weiter – insgesamt wurde „Rex“ in 125 Länder verkauft.

Entsprechend groß war der Respekt bei den Beteiligten. Ferdinand Seebacher, der den nerdig-genauen Inspektor Felix Burger spielt, sagt: „Als das Rollenangebot gekommen ist, hab’ ich es nicht fassen können. Es gibt heute noch Momente, wo's mich echt schüttelt. Während des Drehs habe ich mich wie bei jedem anderen Dreh auf die Arbeit konzentriert.“ Jetzt, zum ersten Staffelstart (Montag, 20.15, ORF1) hin, sei es „wieder aufregender, weil einen die Leute anquatschen. Da schüttelt es mich wieder: ,Es ist ,Kommissar Rex‘ und du bist Teil davon.‘“

Ein Mann sitzt mit einer Zeitung auf einer Bank im Grünen, neben ihm ein Schäferhund, im Hintergrund eine Stadtansicht.

Max Stein (Brückner) wohnt gemeinsam mit Reginald von Ravenhorst VIII. idyllisch am Nußber über Wien.

Auch Regisseur Andreas Kopriva sagt: „Der Respekt ist nach wie vor groß, weil die Latte sehr hoch liegt. Der große Wunsch ist, dass es auf die Art und Weise, wie wir das jetzt erzählen, ähnlich gut funktioniert wie damals.“

Er habe vor allem spannend gefunden, „dass jede Folge ein eigenes Filmgenre bedient, wodurch man formal und inhaltlich in ganz andere Welten eintauchen kann. Da gibt es eine Agentengeschichte (Folge 1, Anm.), ein Kammerspiel im Agatha-Christie-Stil oder eine Mystery-Geschichte mit nordischen Symbolen. Dadurch gibt es zusätzliche Farben und Ebenen, die man erzählen kann.“

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Esther Rauch (li. hinten) und Andreas Kopriva (re. hinten) bei der Präsentation in der Wiener Urania. Dazwischen die Hauptdarsteller Doris Golpashin, Maximilian Brückner, "Rex", Alfred Dorfer (als Pathologe) und Ferdinand Seebacher.

Risiko

Regisseurin Esther Rauch verantwortet die Folgen 4 bis 6. Sie sagt: „So ein Kultformat wie „Kommissar Rex“ zu machen, ist immer ein gewisses Risiko. Das hat mir anfangs auch Respekt eingeflößt. Worauf man zurückgreifen kann, ist diese besondere Beziehung zwischen dem Hauptkommissar und dem Hund. Es ist ein auf Augenhöhe kommunizieren. Es geht nicht um einen Polizisten, der halt einen Hund hat.“ Kopriva sieht die beiden „wie ein Ehepaar“, Rauch sagt: „Den Rex macht für mich aus, dass er weder Hund noch Mensch ist. Er ist einfach ein Superheld. Er kann mehr als ein Hund kann, er kann auch mehr als ein Mensch kann – und das macht ihn so spannend. Wir haben uns bemüht, das zu bewahren.“ Dabei habe man entdeckt, dass Rex sogar auf einem Fass balancierend Bösewichte überrollen kann.

"Beziehung zwischen den beiden sofort erklärt"

Folge 1 startet im Herzen der Stadt, die für Brückner „eigentlich der dritte Hauptdarsteller“ ist. Am Stephansplatz gibt es Bombenalarm. Entgegen einer Dienstanweisung geht Max Stein mit Rex ins Haas-Haus. „Die Szene stand so gar nicht im Buch“, sagt Brückner. „Ich habe gesagt: Ich spiele jetzt einfach, dass ich dem Hund sage, er soll da bleiben. Er läuft aber hinein und ich muss ihm nach, ihn schimpfen. Drin treffen wir uns und gehen weiter. Damit ist die Beziehung zwischen den beiden sofort erklärt.“

Ein Mann mit Hund spricht mit einem bewaffneten Polizisten, während weitere Polizisten im Hintergrund stehen.

Was auch neu ist: „Dass das Format jetzt 90 Minuten hat, gibt uns Zeit, auch andere Figuren und mehr Privatleben neben dem Krimifall zu erzählen“, sagt Kopriva.

Kollegin Rauch findet es zeitgemäß, „Frauenfiguren zu erzählen, die federführend und auch inhaltlich relevant sind: Die Tochter, die Ex-Frau, die Chefin (Doris Golpashin, Anm.) sollten so viel Substanz wie möglich bekommen. Da merkt man, dass sich die Zeiten geändert haben.“

Eine Rettungssanitäterin spricht mit einem Mann neben einem Rettungswagen, während ein Schäferhund daneben sitzt.

Und die Semmel?

Eines dürfte sich nicht geändert haben: Mit verarbeiteten Fleischprodukten in Traditionsgebäck ist zu rechnen.

Seebacher dazu: „Es bleibt ein Fragezeichen, ob die Wurstsemmel wieder auftaucht, aber ich sage einmal so: Nur ein Trottel liebt Schokolade und isst dann keine Schokolade. Etwas, das einmal funktioniert hat, in einem Projekt nicht wieder aufzunehmen, wäre dämlich.“

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