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Kultur Medien
03/03/2020

Grimme-Preis für "Der Pass", ORF ging leer aus

Die Sky-Produktion mit Nicholas Ofczarek wird im Wettbewerb Fiktion prämiert, Netflix mit zwei Formaten erfolgreich.

Eine düstere Thrillerserie, jugendlicher Leichtsinn mit illegalem Touch und Umweltthemen reüssierten beim 56. Grimme-Preis: Die vom Deutschen Volkshochschul-Verband gestifteten Fernsehauszeichnungen gehen u.a. an die Sky-Serie „Der Pass“ mit Nicholas Ofczarek, „How To Sells Drugs Online (Fast)“ von Netflix und die Doku „Dark Eden“, wie am Dienstag mitgeteilt wurde. Der ORF ging hingegen leer aus.

Doku über Umweltverbrechen setzt sich durch

„Dark Eden“ setzte sich im Bereich Information & Kultur durch: Die Regisseure Michael David Beamish und Jasmin Herold zeigen darin aktuelle Umweltverbrechen anhand der kanadischen Ölgewinnung auf. In dieser Kategorie ebenfalls erfolgreich war das Duo Nadia Kailouli und Jonas Schreijäg mit „SeaWatch3“.

Für die Doku begleiteten sie drei Wochen lang Seenotretter wie Kapitänin Carola Rackete. Weitere Preise gibt es für „Die Unerhörten - Über den Landtagswahlkampf in der Prignitz“ und den Dokumentarfilm „Wie 'Holocaust' ins Fernsehen kam“.

"Skylines" mit Murathan Muslu punktete

Im Wettbewerb Fiktion, in dem der ORF mit „Das Wunder von Wörgl“ und David Schalkos „M - Eine Stadt sucht einen Mörder“ nominiert war, dürfen sich neben den Machern von „Der Pass“ auch jene des Episodenfilms „The Love Europe Project“ freuen, der den Alltag von unterschiedlichen Menschen in Europa anhand von neun kurzen Geschichten erzählt.

Ein Spezialpreis geht an die deutsch-französische Serie „Eden“, außerdem wird der Film „Hanna“ bei der großen Preisverleihung am 27. März im Theater Marl ausgezeichnet. Hip-Hop- und Finanzbusiness vermischt die ebenfalls siegreiche Netflix-Serie „Skylines“, in der auch der Wiener Murathan Muslu mitspielt.

Preis für "How To Sell Drugs Online (Fast)"

Und der Streamingdienst ist zudem im Segment Kinder & Jugend unter den Gewinnern, überzeugte doch der krude Ansatz aus Coming-of-Age-Story und Kleinstadtkriminalität in „How To Sell Drugs Online (Fast)“. Komplettiert werden die Preisträger hier durch den Dokumentarfilm „Ab 18! Die Tochter von ...“ sowie Bürger Lars Dietrich und Marti Fischer, die für ihre Moderation der Musikcomedy „Leider laut“ einen Spezialpreis einheimsen.

Ebenfalls unter die 16 Ausgezeichneten geschafft haben es die Datingshow „Prince Charming“, das Moderatorenduo Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf für „Joko & Klaas LIVE - 15 Minuten“ sowie die Talkshow „Chez Krömer“ (allesamt im Wettbewerb Unterhaltung).

Für eine "offene pluralistische Gesellschaft"

Dass sich heuer „Produktionen, die sich positionieren für eine offene, pluralistische Gesellschaft“, durchgesetzt haben, wie Grimme-Direktorin Frauke Gerlach zitiert wurde, zeigt sich auch beim Grimme-Preis für „Besondere Journalistische Leistung“, den Georg Restle stellvertretend für die Redaktion von „Monitor“ (WDR) erhält.

Damit soll deren „kontinuierliche und haltungsstarke Berichterstattung über Rechtsextremismus und Rechtsterrorismus“ hervorgehoben werden. Den Publikumspreis der Marler Gruppe erhält wiederum der satirischen Film „Der König von Köln“.

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