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Kultur Medien
07/20/2022

Frauen-EM im TV: Fußballerinnen vertreiben Henning Baum

Die Fußball-EM der Frauen erzielt Top-Quoten – und sorgt für so manche Programmänderung.

Wenn quotenstarke Fußballspiele laufen, heben sich TV-Sender ihre Schmankerln lieber für andere Abende auf. Das zeigt sich auch am Donnerstag, wenn Österreich im Viertelfinale gegen Deutschland antritt (Anpfiff ist um 21 Uhr, ORF 1 überträgt live). RTL wollte eigentlich die frisch abgedrehte Reportage „Einsatz für Henning Baum – Was es jetzt heißt Bundeswehrsoldat zu sein“ zeigen. Vor zwei Tagen entschloss sich der Sender aber kurzfristig, wegen der Fußballkonkurrenz das Programm zu ändern, wie der Branchendienst DWDL.de berichtet. Stattdessen hebt RTL eine alte Doku über Verschuldung ins Programm – Baums Reportage wird erst am 11. August zu sehen sein.

Top-Quoten im ORF

Die wachsende Beliebtheit von Frauenfußball spiegelt sich auch in den ORF-Quoten wider: Insgesamt haben rund 3,8 Millionen bei den Spielen der Gruppenphase und der Berichterstattung zur EURO 2022 eingeschaltet. Die Live-Partien lockten durchschnittlich 244.000 Zuseher vor die TV-Geräte, bei Österreich-Spielen waren es 619.000 (Marktanteil: 29 %).

Zum Vergleich: 2017 waren in der Gruppenphase im Schnitt 112.000 dabei, bei heimischer Beteiligung 500.000 (MA: 23 %). Damals waren aber nur Österreich-Spiele in ORF 1 zu sehen, die anderen auf ORFSport+.

Für Donnerstag interessant ist der Wert vom Viertelfinale 2017 gegen Spanien mit 790.000 Zusehern (MA: 37 %). Schon beim Aufstieg Österreichs gegen Norwegen in der Vorwoche waren es mit 839.000 mehr (MA: 41 %).

Fleißige Salzburger

Ein Drittel der Zuseherinnen und Zuseher der aktuellen EM sind laut ORF Frauen, 31 % sind unter 50 Jahren. Die fleißigsten Fußballfans – was das Fernsehen betrifft – sind in Salzburg und im Burgenland zu Hause: Dort haben 54 % zumindest ein Match kurz gesehen. In Tirol waren es bisher nur 42 %.

Nicht nur Henning Baums TV-Auftritt wurde übrigens kurzfristig verschoben: Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) hätte am Donnerstag im Puls24-Sommergespräch zu sehen sein sollen, es wird am 27. Juli nachgeholt. Grund ist aber nicht Fußball, sondern Corona. Vielleicht gibt’s für den Sportminister am TV-Abend aber trotzdem Grund zur Freude.

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