© APA/AFP/RICARDO ARDUENGO

Kultur Medien
11/15/2020

Downhill nach Trump? US-Medien verlieren einen Quotenbringer

Sowohl Fox News als auch New York Times dürften unter dem Abgang des Präsidenten leiden

Die US-Wahl ist geschlagen und Joe Biden hat gewonnen. Für die beiden Pole der US-Medienlandschaft, den stramm rechten TV-Sender Fox News und die liberale Ostküstenzeitung New York Times, könnten das schlechte Nachrichten sein.

Beider Sorgen haben mit Donald Trump zu tun.

Da wäre einmal der Pro-Trump-Sender Fox News, der im Eigentum der Familie Murdoch steht und sich im Laufe der Präsidentschaft unverhohlen als Propagandainstrument erster Güte entpuppt hat: Trump hat ein Problem mit Corona?

Fox News behandelt das Virus als harmlose Krankheit. Trump behauptet ohne einen einzigen Beweis, die Wahl sei manipuliert worden? Fox News-Kommentatoren berichten von Voter Fraud und anonyme „Zeugen“ treten im Sender auf, um das zu bestätigen. Es war atemberaubend, zu beobachten, wie unverschämt Fox News die Realität zurechtbog, um das ohnehin schon bemerkenswerte Verhältnis des Präsidenten zur Wahrheit mit dubiosen „Fakten“ zu unterfüttern. Man kann es auch so zusammenfassen: Wenn Trump log, log Fox News mit. Erst in der Woche der Stimmauszählung wandte sich der Sender vom sinkenden Schiff ab, wenn auch mit Zweifeln und inneren Disputen. Fox News ist inhaltlich geteilt in Nachrichten und Meinung. Während man in den Nachrichtensendungen Biden schon längst als Favoriten behandelte, schwurbelten Meinungsjournalisten wie Tucker Carlson über die anstehende Niederlage hinweg und präsentierten stattdessen: Verschwörungen.

Diese Spaltung spiegelt ein klein wenig die Verhältnisse in der Familie Murdoch wieder: Während Patriarch Rupert Murdoch und Sohn Lachlan bisher einen stramm rechten Kurs verfolgten, hat sich der zweite Kronprinz, James Murdoch, offensiv den Demokraten zugewandt.

Mögliches Ungemach droht auf zweierlei Art: Die goldene Kuh Trump ist geschlachtet (außerdem ist der Präsident sauer auf den vermeintlichen Verrat durch Fox News). Und: Das verantwortungslose Verhalten des Senders in der Präsidentschaft und im Speziellen der Pandemie lässt Rufe, den Sender zu zerschlagen, wieder besonders laut werden.

„Trump Bump“ verloren

Auf der anderen Seite des politischen Spektrums steht die New York Times, deren kritischer Journalismus Trump immer zu öffentlichen Tiraden veranlasst hat. Nun: Die Zeitung hat stark von diesem Hass aus dem Weißen Haus profitiert. Was an den Börsen kurzzeitig als „Trump Bump“ („Trump-Anschub“) bekannt war, gab es auch für die Häuser der medialen Opposition, allen voran der NYT. Die digitalen Abos schossen in die Höhe und die Zeitung vermeldete einen Erfolg nach dem anderen. Dieser Effekt schmolz aber bereits im Vorjahr dahin: Günstig abgegebene Probe-Abonnements wurden nicht verlängert, das Wachstum verlor an Fahrt. Nun kommt auch noch ein wichtiger Grund, die NYT zu lesen, abhanden: Trump selbst.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.