Babler auf Berlinale: Streamingabgabe geht in Regierungskoordination

"Investitionsbeitrag" heißt jener Teil der geplanten Beteiligung von Streaminganbietern, der nun noch im Februar koalitionsintern in Angriff genommen werden soll. Auch Neos-Staatssekretär Schellhorn in Berlin.
Babler auf Berlinale: Streamingabgabe geht in Regierungskoordination

Wenn sich die internationale Filmwelt zur Berlinale in der deutschen Hauptstadt versammelt, kommt traditionell die heimische Filmwelt an einem Vormittag in der österreichischen Botschaft zusammen. Kulturminister Andreas Babler (SPÖ) empfing am Sonntag mit dem für Auslandskultur zuständigen Staatssekretär Sepp Schellhorn (NEOS) die Branche - und hatte in der laufenden Debatte um Finanzierungsmodelle ein Update im Teilaspekt Investitionsbeitrag für Streamer parat.

So sei zumindest die Frage des Investitionsbeitrags - also einer Abgabe der Streamingunternehmen - vonseiten des Kulturministeriums auf der Zielgeraden: "Wir sind jetzt im Februar so weit, dass wir in die politische Koordinierung gehen können", zeigte sich Babler optimistisch: "Ich bekenne mich zur Streamingabgabe - sie muss kommen."

Dennoch bleibe es schwierig angesichts der budgetären Lage, auch wenn der Politik die wirtschaftliche Wertschöpfung der Filmwirtschaft bewusst sei: "Aber das frische Geld für den Anschub aufzustellen, ist das Schwierige." Zugleich müsse er betonen: "Eigentlich sind wirtschaftliche Argumente für mich gar nicht das Ausschlaggebende. Wenn wir Kinderbetreuungseinrichtungen bauen, fragen wir auch nicht, wie die Rentabilität ist."

Auch Schellhorn unterstrich die Bedeutung des österreichischen Films als Exportgut und bekannte sich allgemein zur finanziellen Ausstattung: "Es ist enorm wichtig, dass wir hier auch weiterhin unterstützende Maßnahmen bringen werden." Mehr könne man derzeit der Branche nicht versprechen.

Freude beim Fachverband

Freudig auf die positiven Nachrichten in puncto Investitionsbeitrag reagierte WKÖ-Fachverbandsobmann Alexander Dumreicher-Ivanceanu: "Wir wissen, dass es in die richtige Richtung geht." Schließlich flössen die Einnahmen aus den rund 600 Mio. Euro an Umsätzen, die von den Streamern in Österreich generiert würden, derzeit zu 99,9 Prozent aus dem Land ab: "Das geht einfach nicht." Allerdings dürfe neben der Investitionsabgabe auch nicht auf die Investitionsverpflichtungen wie in Deutschland vergessen werden. "Unser Appell geht hier an die gesamte Regierung", verwies Dumreicher-Ivanceanu auf die nötige Beteiligung des Wirtschaftsministeriums in dieser Frage.

Bei der Investitionsverpflichtung müssten die Streamer Geld für österreichische Produktionen bereitstellen. Ein Modell wären insgesamt 25 Prozent des hierzulande gemachten Umsatzes, nämlich 7 Prozent als Abgabe und 18 Prozent als direkte Investitionsverpflichtung (Investment Obligation).

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