"Austria First": FPÖ-"Patriotenradio" zum Start fast ohne heimische Musik
“Echte Musik für echte Österreicher” - mit diesem Slogan ist am Samstag “Austria First”, der neue Webradio-Sender der FPÖ gestartet. Musikalisch dürfte der selbstbetitelte “Patriotensender” zum Auftakt aber recht wenig Heimatgefühle ausgelöst haben: Denn wer am Samstag einschaltete, stieß nicht, wie man vielleicht vermutet hätte, auf Songs österreichischer Künstlerinnen und Künstler, sondern bekam internationale Hits zu hören.
Gespielt wurde etwa “Sweet Dreams” von Eurhythmics, “The Best” von Tina Turner und “Feel” von Robbie Williams, aber auch Taylor Swifts “The Fate of Ophelia”, Shakiras “Whenever, Wherever” und “Die perfekte Welle” der deutschen Popband Juli. Am Nachmittag stand zwar mit “Ham Kummst” von Seiler und Speer ein österreichisches Lied am Programm, danach erklangen aber wieder Hits von Bonnie Tyler, Britney Spears und auch Bob Marley.
Kickl wünschte sich "Don't Stop Believin'"
Dass es über mehrere Stunden hinweg fast keine heimischen Acts auf die Playlist geschafft haben, könnte damit zu tun haben, dass in der Vergangenheit einige österreichische Musikgrößen gegen die Verwendung ihrer Lieder im FPÖ-Kontext vorgegangen sind: etwa Hubert von Goisern oder Rainhard Fendrich. Aber auch der deutsche Schlagerstar Helene Fischer hat sich in der Vergangenheit rechtlich gegen die Nutzung von Songs durch die FPÖ gewehrt.
Jener Zuhörer, der sich in einer kurzen Wortmeldung bei “Austria First” auf “neue Musik” gefreut hat, könnte in den ersten Radiostunden also enttäuscht worden sein: Insgesamt erinnerte die Auswahl an einen durchschnittlichen Pop-Rock-Sender. Daran änderte auch der Musikwunsch von FPÖ-Chef Herbert Kickl nichts: “Don’t Stop Believin’” von Journey.
Nachrichten in eigener Sache
Ebenfalls angekündigt waren “echte Nachrichten statt linker Meinungsmache” und Informationen, die, wie Kickl als erster Studiogast erörterte, frei von “Woke-Klamauk” und “Gender-Wahnsinn” seien. In den stündlichen News-Sendungen am Samstagvormittag war darunter vor allem ein Themenkomplex zu verstehen: Berichtet wurde vom FPÖ-Neujahrstreffen in Klagenfurt, vom Start des neuen Radiosenders und von den technischen Voraussetzungen für den Empfang (erklärt wurde u. a., dass für ein Webradio ein Internetzugang nötig ist). Danach ging es direkt zum Wetter mit Nebel und Glatteis.
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