FPÖ-Neujahrstreffen: Kickl im Höhenflug, Startschuss für neue blaue Welle

FPÖ PARTEITAG: KICKL
Beim Neujahrstreffen in Kärnten startet die FPÖ ihren neuen Radiosender "Austria first". Eine Ex-ORF-Moderatorin bekommt dort ein eigenes Interview-Format.

Dass Herbert Kickl, wie in Polit-Kreisen im Vorjahr spekuliert, bei der Wahl 2028 in seinem Heimatland als Spitzenkandidat antritt, ist noch nicht entschieden. Jedenfalls findet das traditionelle freiheitliche Neujahrstreffen dieses Jahr in Kärnten statt. Rund 5.000 FPÖ-Fans aus ganz Österreich werden am Samstagvormittag in der Klagenfurter Messehalle erwartet, in der der blaue Parteichef knapp ein Jahr nach Scheitern seiner Koalitionsverhandlungen mit der ÖVP wohl einmal mehr zur Generalabrechnung mit den „Systemparteien“ ausholen wird. 

Kärnten ist ein besonderes Pflaster für die FPÖ: Über Jahrzehnte hinweg österreichweit unangefochtene blaue Hochburg, haben in den vergangenen Jahren andere Länderorganisationen deutlich mehr an Gewicht gewonnen – allen voran die Steiermark, wo die Blauen seit einem Jahr den Landeshauptmann stellen. Mit dem bevorstehenden Abgang von SPÖ-Landeshauptmann Peter Kaiser werden die Karten für die Kärnten-Wahl 2028 allerdings wieder neu gemischt. 

Blaue Welle

Im Mittelpunkt des heurigen Treffens steht aber der Start des FPÖ-eigenen Radiosenders „Austria first“, der seit Wochen von den blauen Funktionären intensiv in den sozialen Medien beworben wird. Das „Patriotenradio“, das via App und YouTube hörbar ist, soll laut FPÖ „eine echte Alternative zum linken Mainstream“, sein. „Mit echten Hits für echte Österreicher und Nachrichten, die wirklich relevant sind für unser Land.

Kein Propaganda-Radio?

Über nähere Details hielt man sich im Vorfeld wortkarg – wohl um das Interesse an der Premiere zu heben. Dem Vernehmen nach soll es sich jedenfalls um kein plattes FPÖ-Propagandaradio handeln, vielmehr würden Nachrichten und Musikprogramm im Stil jenem von herkömmlichen Privatradios ähneln. Also eher Hits der 80er-, 90er- und 2000er-Jahre und keineswegs John-Otti-Band in Dauerschleife. 

Nachfrage ist vorhanden: Am Freitag, also noch vor dem Start, rangierte die Austria first in den heimischen Download-Charts für kostenlose iPhone-Apps auf Platz zwei hinter ID Austria und vor ChatGPT.

Daneben gibt es aber auch Sendungen mit prominenten blauen Funktionären. So erhält die ehemalige ORF-Moderatorin und nunmehrige FPÖ-Abgeordnete Marie-Christine Giuliani ein eigenes sonntägliches Interview-Format. Ein solches betreibt sie bereits auf FPÖ TV. 

Verantwortlich für die Gestaltung von „Austria first“ ist Werner Reichel, einst Chefredakteur des Verlags „Frank & Frei“ der Team-Stronach-Parteiakademie. Bereits 2019 schrieb er ein Buch über Herbert Kickl. 

Stabil vorne

Längst haben die Freiheitlichen den damaligen Tiefpunkt überwunden. Auch die im Vorjahr gescheiterten Regierungsverhandlungen taten dem blauen Höhenflug keinen Abbruch. Im Gegenteil: Seit Monaten hält sich  die FPÖ in Umfragen stabil über 35 Prozent und damit rund 15 Prozentpunkte vor den Regierungsparteien ÖVP und SPÖ.

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