Maruša Sagadins ungewohnte Körper im gebauten Raum

Maruša Sagadins ungewohnte Körper im gebauten Raum
Das Werk der Otto-Mauer-Preisträgerin 2022 löst die Grenzen zwischen den Kategorien auf

Es ist nicht ganz klar, ob die drei aus Pappe gefertigten Nischen, die Maruša Sagadin in ihrer Preisträger-Ausstellung im Wiener Jesuiten-Foyer an die Wand montiert hat, ein Zitat minimalistischer Skulpturen sein sollen – oder ob sie doch eher an öffentliche Pissoirs erinnern.

Doch genau diese fehlende Zuordenbarkeit – Kunst oder Nichtkunst, öffentlicher oder privater Raum – reizt die 1978 in Ljubljana/Slowenien geborene Künstlerin, die nach einer Karriere als Skifahrerin und Basketballerin in Graz Architektur studierte. „Der gebaute Raum hat mich immer sehr interessiert“, erzählt Sagadin. „Der Wunsch, Dinge selbst zu machen, gab mir dann den Impuls, in die Bildhauerei zu gehen.“

Sagadins Skulpturen – manchmal quietschbunt lackiert, gern mit Anklängen an Körperformen – sind oft Testballons, die je nach Umfeld unterschiedlich funktionieren. Eine Bank, die an einer Bushaltestelle ohne Weiteres benutzt wird, nimmt etwa im Museum eine andere Aura an: „Das parallele Arbeiten ist für mich interessant“, sagt Sagadin.

Kommentare