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Kultur
09/12/2012

Maria Bill: Blick zurück in Dur und Moll

"Einmal kann ich sie noch bringen." Maria Bill nimmt Abschied von ihren eigenen Liedern – am 5. 10. im Wiener Konzerthaus. Gewinnen Sie Tickets.

von Werner Rosenberger

Die Anfänge sind noch lebendig. Dazu mischt sich ein Hauch von Nostalgie: "I mecht so gern landen, mecht in deiner Nähe bleiben" erinnert Maria Bill "an eine aufregende Zeit, die unbeschwert und glücklich, frech und Sturm und Drang für mich war."

"Maria Bill" hieß ihr er­stes Album – 1983 ein Hitparaden-Stürmer – mit selbst geschriebenen Liedern. Die legten den Grundstein für das mitten in der Austro-Pop-Welle von ihr kreierte Austro-Chanson-Genre.

Aufmucken

Damals war für sie Liederschreiben "so wie andere ein Tagebuch führen", sagt Maria Bill. "Man konnte frei von der Leber weg erfinden, finden, behaupten ..." Und sich zur Spottdrossel ent­wickeln: "Ich zielte auf die Engstirnigkeit, auf die Intoleranz der Kleinbürger. Aber nicht mit tierischem Ernst, sondern eher spöttisch mit ein bisserl Augenzwinkern."

Damals war Wien noch grau und spießig. "Ich hatte in der Straßenbahn knallrote Schuhe an", erinnert sich die Schauspielerin und Sängerin mit Schweizer Wurzeln, "plötzlich war da so eine Motzerei, bis ich begriff: Eine ältere Dame regt sich über meine roten Schuhe auf."

Damals erzählten ihre Songs vom Scheitern, das zum Leben dazugehört. Von den Ängsten, die in der Nacht bedrohlich wachsen und am Morgen aufgelöste Schatten sind. Von der Leichtigkeit des Seins, den Freuden, die in Luftsprüngen explodieren und vom Genießen des Augenblicks.

Sie sei "ein Clown am Klavier", sagte Ludwig Hirsch, "voller Intensität und mit einer unheimlichen Stimme".

Sie machte Karriere, zuerst am Schauspielhaus mit ihrem Langzeiterfolg als Edith Piaf, dann am Burg- und Volkstheater: "Meine Leidenschaft war immer die Singerei. Mein Beruf ist die Schauspielerei."

Am 5. 10. will sie in der vom KURIER präsentierten Konzerthaus-Reihe "The Art of Song" (in Zusammen­arbeit mit der Erste Bank) wieder landen und zugleich Abschied nehmen "von meinen Liedern, die wesentlich jünger sind als ich."
Warum noch einmal eine Reise in die Vergangenheit? "Viele Menschen haben geschrieben, ich hätte sie mit Liedern wie ,Was ist los? Was geht da vor?", ,Kaktus" und ,Der letzte G’spritzte" begleitet. Das hat mich sehr berührt und gefreut."

Tournee

Es sei kein Abschied von Wien oder gar vom Leben, sondern nur von einem Lebensabschnitt. Bill: "Ich gehe mit den alten Liedern noch einmal auf Tournee, weil es Spaß macht. Ich habe sie sehr lange nicht mehr gesungen und probe sie jetzt mit einer jungen Band neu."

Dazu gibt’s neu ihre lange vergriffene erste CD samt Überraschungssong im Doppel mit einer "Best of Bill"-CD aus späteren Alben: "I mecht landen" (Universal). Darauf gurrt sie auch ganz zart "du und i" im Duett mit Friedrich Gulda, der Text und Musik zur zärtlichen Ouvertüre für eine Liebesnacht schrieb: "Spielen dann die alte, ewig neue Melodie, bis in der Früh, nur du und i, in reiner Harmonie ..."

Hier können sie Karten für den Auftritt von Maria Bill im Konzerthaus gewinnen.

Chanson & Jazz: Pop bis Standards

Art of Song Maria Bill am 5. 10. im Konzerthaus. Das Gewinnspiel finden Sie hier. ; Al Jarreau & Joe Sample mit der NDR Bigband (29. 10.); Sophie Hunger (22. 11.).

Jazz-Abo 2012/’13 Sonny Rollins (27. 10); Y. Herman Quartet (28. 11.); Brad Mehldau & Kevin Hays (15. 2.); Don Ellis Tribute Orchestra feat. Th. Gansch (2. 4.); Branford Mar- salis & Joey Calderazzo (19. 4.) Eric Harland Quintet (13. 5.)

"Pierrot lunaire" Uri Caine Ensemble, Christina Zavalloni und Sadiq Bey, Barbara Sukowa, Mitglieder der Berliner Philharmoniker (17.10.)

Info & Karten 01 / 242 002 

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