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„Lumpazivgabundus“ in Weitra mit der Marschrichtung: Unterhaltung

Johann Nestroys Zaubermärchen, „verziehrert“ als grelle Musical-Operette, im Innenhof von Schloss Weitra
Szenenfoto

Johanna Mikl-Leitner absolviert eine eng getaktete Sommertheatertour: Auf Reichenau und Perchtoldsdorf folgte am Freitag Weitra – mit dem „Lumpazivagabundus“. Sie gratulierte, hell „Happy Birthday“ intonierend, dem Intendanten zum 80er. Und Peter Hofbauer bedankte sich sogleich mit einer kapitalen Schleimspur: Er ließ der Kellnerin Hannerl (nun Hanni) eine große Zukunft in Niederösterreich prophezeien.

In dieser herzerfrischenden Tonalität geht es weiter. Der böse Geist, der zur Liederlichkeit verführt, ist ein „Influencer“ und wird ein Opfer der „Cancel Culture“: Stellaris verbannt ihn bekanntlich aus seinem Feenreich. Quasi als Kontrapunkt zu den aktuellen Anspielungen wird in einem zaubermärchenhaften Setting – mit gemalter Kulisse – gespielt: Greller könnte die Ausstattung (von Ilona Glöckel) gar nicht mehr sein. Kongenial dazu die Inszenierung von Peter Kratochvil: Für Zwischentöne und leise Momente gibt es keinen Raum. 

Aber gesungen wird in diesem Operetten-Musical  über die Maßen. Hofbauer  setzt also seine  Nestroyspiele fort: 2025 kombinierte er „Liebesgeschichten und Heiratssachen“ mit Johann Strauss, heuer ist Carl Michael Ziehrer an der Reihe (und 2027 wird „Der Zerrissene“ mit Oscar Straus aufgemotzt).

Das funktioniert mit Andy Lee Lang als Rock-’n’-Roll-Kobold wie geschmiert, aber erst nach der Pause. Und es wird nicht nur „verziehrert“, man integrierte u. a. den gar nicht harmlosen Song aus 1936 („Wozu ist die Straße da? Zum Marschieren!)“. Zum Glück hat das „Kometenlied“, wunderbar interpretiert von Martin Muliar als Knieriem, überlebt.

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