© ALEX GOTTER

Newcomer
03/16/2020

Lou Asril ist vom Notenbaum gefallen

Der Musiker stellt mit einem Mini-Album seinen souligen, funkigen Elektronik-Sound vor

Die Liebe, Sex, das Mannsein, persönliche Stärke, aber auch Verletzlichkeit sind die Themen, die Lou Asril bei seinem selbstbetitelten Mini-Album antreiben. Aber nicht, um bewusst die Rolle der Männer in der Gesellschaft zu hinterfragen.

 

„Ich habe mir dabei nur über meine eigene Rolle Gedanken gemacht, über Selbstfindung und Selbstakzeptanz in Bezug auf Sex, weil man in dem Alter einfach mit dem Drang nach Sex konfrontiert ist“, erklärt der soeben 20 Jahre alt gewordene Musiker im Interview mit dem KURIER. „Ich wollte mich damit auch nicht bewusst verletzlich zeigen. Dass ich das mitunter tue, ist mir selbst erst aufgefallen, als die Songs fertig waren. Ich wollte kein neues Bild vom Mann zeichnen. Nur das von mir, das in meinem Kopf ist. Und das ist bunt und spannend!“

Genauso ist die Musik von Lou Asril, der als Lucas Riel im niederösterreichischen Seitenstetten aufwuchs. Selbstbewusst mischt er Funk, Soul und Elektronik und würzt seinen Stil noch mit einer Prise Jazz. Den hat er auf der Musikschule aufgeschnappt – obwohl das nicht sein Lieblingsgenre war. Genauso wenig, wie die Klassik, die seine Eltern bevorzugten.

„Meine Mutter singt Opern, Operetten und klassische Konzerte, und auch mein Vater ist klassischer Berufsmusiker“, erzählt Asril. „Der Bezug zur Musik war also immer da. Ich hatte meinen ersten Auftritt auch schon in der Volksschule, wo ich in dem Kindermusical ,Der Notenbaum’ den Komponisten gespielt habe. Und mit neun Jahren begann ich, klassisches Klavier zu lernen. Weil Klassik aber eben nicht ganz mein Genre war, war der Drang zum Üben nicht da. Meine Leidenschaft galt anderen Genres.“

Anfangs waren das die Pop-Songs des Kiddy-Contests. Asril hatte alle CDs, performte dazu in seinem Zimmer. Später kamen durch Freunde, YouTube-Recherchen und „meine Wahl der Oberstufen-Schule“ Favoriten wie Alicia Keys, Beyonce, R&B und Hip-Hop dazu.

 

Diese Schule war das BORG in Linz. „Da musste ich zwar jeweils eine Stunde hin und zurück fahren, aber es hat sich voll ausgezahlt. Ich habe den Zweig für Popular- und Computermusik besucht und dabei die Untergruppe Vokal gewählt. Dort hatten wir zwei Wochenstunden Gesang, dazu Vokal-Ensemble und Chorgesang. Wir haben Stücke und Programme für Konzerte an der Schule erarbeitet. Und ab der sechsten Klasse gab es sogar Unterricht in Produktion. Das war eine richtig coole Schule.“

Auch mit dem Klavierunterricht in Klassik und Jazz, den er zusätzlich an einer Musikschule besuchte, ging es in eine gute Richtung. „Ich habe nie geübt, was mir die Lehrerin aufgegeben hat. Ich habe lieber an meinen Sachen gearbeitet. Die Klavierstunden habe ich dafür genützt, sie zu performen und der Lehrerin vorzuspielen. Und das war okay.“

Diese Lehrerin riet ihm, am Wettbewerb zum „Joe Zawinul Award“ teilzunehmen, den Asril auch gewann. „Deshalb war ich im Sommer vor der Matura zwölf Tage in Los Angeles, habe bei Joe Zawinuls Sohn Tony gewohnt, der die Stiftung verwaltet und Workshops, Gesangsstunden und eine Session mit Postmodern Jukebox für mich organisiert hatte.“

Zurück in Österreich machte Asril die Matura, absolvierte den Zivildienst und veröffentlichte die Songs „Divine Goldmine“, „Soothing Moving“ und „Friek“. Zusammen mit drei weiteren Songs hat er die jetzt auf „Louasril“ gepackt, will sich damit dem Publikum vorstellen. Denn das Mini-Album „zeigt viele Facetten und repräsentiert mich perfekt.“

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