Kultur
11.10.2017

Liam Gallagher: Der Gitarre über das Ende der Karriere vorgeweint

Der Ex-Oasis-Sänger startet mit "As You Were" in die Solo-Karriere.

"Ich dachte, jetzt ist alles aus, meine Karriere ist am Ende. Ich hab zu viel gesoffen und ansonsten nichts getan."

Liam Gallagher, der ehemalige Frontmann von Oasis, bezieht sich auf die Zeit zwischen 2013 und 2015, als er sich von seiner zweiten Frau Nicole Appleton scheiden ließ und seine Band Beady Eye auflöste. Die Wende kam, als der 45-Jährige seine Managerin und Freundin Debbie Gwyther kennenlernte. "Sie sagte zu mir: ,Hör endlich auf, mir über all das vorzujammern, jammere es deiner Gitarre vor. Schnapp sie dir und schreib Songs über das, was du durchmachst."

Wechselspiel

Soeben ist das daraus entstandene Solo-Album "As You Were" erschienen. Gallagher zeigt sich dabei weniger an Oasis orientiert, als man erwarten könnte. Es gibt Passagen, die an die Beatles oder auch John Lennons Solo-Alben erinnern, und ein permanentes Wechselspiel zwischen einsamen akustischen Gitarren und mit Streichern und Bläsern üppig arrangierten Stellen. "You Better Run" hat einen mitreißenden Beat, "When I’m In Need" ist eine eindringliche Ballade und "Universal Gleam" und "Wall Of Glass" haben tolle Melodien. Zwar ist nichts an "As You Were" soundmäßig innovativ, dass Gallagher aber immer noch leidenschaftlich gern singt, ist deutlich zu hören.

Um das wieder zu können ("Ich will zurück auf die Bühne. Da gehöre ich hin!"), willigte Gallagher nach der Krise ein, für "As You Were", mit Songwritern wie Greg Kurstin (Pink, The Flaming Lips) zu arbeiten. "Ich habe die Texte geliefert und mit den Melodien geholfen", erzählte Gallagher dem britischen Magazin Q. "Ich war immer am besten, wenn mir jemand eine Melodie gab. Auch in Oasis hab ich Noels Songs genommen und sie auf den Punkt gebracht."

Ein Reunion von Oasis – und damit mit seinem Bruder Noel –, sagt Liam, sei unwahrscheinlich: "Jeder weiß dass ich es tun würde. Aber ich habe keinen Kontakt zu Noel. Und jetzt arbeite ich ohnehin erstmal an der Solo-Karriere."