Kultur
22.07.2017

Lee Hazlewood: Der Mann im Schatten

Melodien für Millionen, Country mit Twang aber ohne reaktionären Mief – Lee Hazlewood, der große Unbekannte des Pop ist vor zehn Jahren gestorben. Eine Annäherung.

Am 4. August 2007 verabschiedete sich mit Lee Hazlewood einer der ganz großen der Musikwelt. „Mann im Schatten“, nannte ihn die New York Times einmal, weil alle seine Duettpartner und seine Songs kannten, aber kaum jemand ihn selbst. Er schrieb Hits für Dean Martin („Houston“), Duane Eddy („Guitar Man“) und Natürlich Nancy Sinatra („These Boots Are Made For Walking“). Er produzierte Jahrhundert-Songs wie „Peter Gunn“ und Frank Sinatras „Somethin’ Stupid“.

Was weniger bekannt ist: Er war studierter Mediziner. 1970 zog der Koreakriegs-Veteran mit seiner Familie nach Schweden, um seinen Sohn vor dem Vietnam-Krieg zu bewahren. Er war ein talentierter Schauspieler, produzierte skurrile Filme („A Cowboy In Sweden“) und ist verantwortlich für einen der merkwürdigsten Plattentitel des alten Jahrtausends: „Farmisht, Flatulence, Origami, ARF!!! & Me“.

Als Solo-Künstler konnte er nie an den Erfolg seiner Duette anschließen – aber dafür hatte der „psychedelische Cowboy“ unter seinen Musikerkollegen mehr Fans als jeder andere. Und die liebten es, seine Songs zu spielen. Hier unsere Top-10 der besten Lee Hazlewood-Coverversionen:

1. Howe Gelb & Lisa Germano: Sand

2. Primal Scream & Kate Moss: Some Velvet Morning

3. Frank Black: Run Boy Run

4. Alison Mosshart & The Last Shadow Puppets: Paris Summer

5. Hooverphonic: My Autumn’s Don’t Cry (besser als von den Tindersticks)

6. The Jesus And Mary Chain: I’m Glad I Never

7. Lana Del Rey & Barrie James O’Neil: Summer Wine

8. Barry Adamson & Anita Lane: These Boots Are Made For Walking (viel besser als Nick Cave)

9. Etta James: Let’s Burn Down The Cornfield (gar nicht schlecht auch von Randy Newman & Ry Cooder!!!)

10. Madrugada: Come On Home To Me