Jazz musician Kurt Elling of the U.S performs during the Pontevedra Jazz Festival in northwestern Spain July 23, 2007. REUTERS/Miguel Vidal (SPAIN)

© Reuters/MIGUEL VIDAL

Kurt Elling
03/31/2013

Jazz-Gigant live in Wien

Gesangskunst: Song-Stylist Kurt Elling kommt am 10. April ins Konzerthaus.

von Werner Rosenberger

Daheim nennen sie ihn schlicht „The Voice“: Kurt Elling, von der New York Times als „herausragender Jazz-Vokalist der Gegenwart“ tituliert, wohnt in seiner Heimatstadt Chicago in Barack Obamas ehemaligem Apartment. Wenn der Vier-Oktaven-Bariton sich nicht gerade in New York aufhält.

Ein Charmeur

Ins Wiener Konzerthaus kommt Elling am 10. April in Quartett-Begleitung. Auf dem Programm stehen neue Versionen von Wohlbekanntem wie „On Broadway“, „Come Fly With Me“ und „American Tune“.

Elling war vom Debüt „Close Your Eyes“ (1995) an mit allen seinen neun Alben für Grammy Awards nominiert, ehe er die Auszeichnung 2009 für seinen John Coltrane/Johnny Hartmann-Tribute „Dedicated to You“ in der Kategorie „Bestes Jazz-Gesangalbum“ erhielt.

Jon Hendricks ist eine Vaterfigur für mich. Und Mark Murphy hat mir die Vergangenheit des Jazzgesangs nahe gebracht, etwa Joe Williams, Mel Tormé, Sarah Vaughan, Ella Fitzgerald und Betty Carter“, sagt der Sänger der Entschleunigung, der sein Theologie- und Philosophie-Studium abgebrochen hat, um sich ganz der Musik zu widmen. Und was bedeutet Jazz für ihn? „Die Verpflichtung, sich lebenslang musikalisch weiterzuentwickeln. Bei der Improvisation geht es nicht darum, zufällig ein paar Töne zusammenzustückeln. Man muss lernen, in jedem Augenblick wie ein Komponist zu denken. Und das ist eine Lebensaufgabe.“

Warum gibt es im Jazzgesang so viele Frauen, aber nur so wenige Männer? „Weil es zu wenig Musikunterricht in den Schulen gibt“, moniert Elling. „Und außer Frank Sinatra wurde auch kein Jazzsänger ein großer Star. Billy Eckstine bekam nicht die Aufmerksamkeit, die er verdient hätte. Nat Cole hätte viel bekannter sein müssen, aber es war ihm als Afro-Amerikaner verwehrt.“

Elling ist als Meister virtuoser Scats und sensitiver Vokalisen in populären Jazz-Standards ebenso zu Hause wie in komplexen Neukompositionen. Als ausgesprochen „literarischer“ Musiker unterlegt er seine Improvisationen aber auch gerne mit poetischen Texten.

Zum Warmhören

Auf „The Gate“ (2011) ist Elling mit ungewöhnlichen Cover-Versionen, Songs von King Crimson, Joe Jackson, Stevie Wonder, den Beatles, aber auch Jazzimprovisationen von Herbie Hancock und Miles Davis zu hören.

Das aktuelle Album „1619 Broadway – The Brill Building Project“ (2012) ist eine Liebeserklärung des 45-Jährigen an die Stadt New York, u. a. mit dem Klassiker „I Only Have Eyes For You“, Duke Ellington („Tutti For Cootie“) Sam Cooke („You Send Me“) und Paul Simon („American Tune“).

Info:10. April, Konzerthaus Wien (Beginn: 19.30 Uhr);
Karten: 01/242002

www.konzerthaus.at

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