Kultur
23.12.2011

Kubanische Tanzshow kommt nach Wien

Ein sinnlich-wildes Spektakel und ein innovativer Stil- und Genremix: "Ballet Revolución" – ab

Wer hätte das gedacht: Dass sich Mambo und Spitzentanz so kongenial verbinden lassen. „Ballet Revolución“ (nach Gastspielen in Zürich und derzeit in Singapur von 5. bis 18. März im Wiener MuseumsQuartier) balanciert auf der Grenze zwischen klassischem Ballett und Contemporary Dance. Faszinierend, mitreißend, aufregend. Die Sounds zur Show aus Kuba sind nach dem musikalischen Gusto vieler Kids auf der Zuckerinsel. Also: Nix Buena Vista und praktisch keine Salsa. Dafür Latino Urbano mit „Loca“ von Shakira & El Cata, R & B von Beyoncé, Neo-Disco von Usher, Techno-Tango, Jennifer Lopez, Ricky- Martin-Hits und „Lola’s Mambo“ vom Dominikaner Juan Luis Guerra. Alles erfrischend heutig.

Sexy

Aber den Musik-Mix hat der Choreograf Roclan Gonzales Chavez – er kreierte u. a. auch Hit-Shows wie „Lady Salsa“ und „The Kings of Salsa“ – tänzerisch unkonventionell und sehr innovativ umgesetzt: Als fulminanten Mix aus Ballett, Hip-Hop und dem reichen afro-kubanischen Bewegungsvokabular. „Ich bin als praktisch einziger Weißer in einem schwarzen Viertel von Havanna aufgewachsen und habe bereits mit fünf auf der Straße die afro-kubanischen Tänze gelernt“, erzählt der 34-Jährige im KURIER-Gespräch. Durchgängig wird Neues an der Grenzlinie zwischen klassischem Ballett und Contemporary Dance ausgelotet. Insofern behalten manche Protagonisten eine Art Rolle bei. Drei Tänzer fungieren etwa als Hip-Hopper. Im Vordergrund agiert oft die unglaublich talentierte 23-jährige Lianett Rodriguez Gonzalez, die in ihrer Heimat auch im legendären „Tropicana“ auftritt.

Galerie

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Ballet Revolucion - Kuba Tanzshow

Ballet Revolucion - Kuba Tanzshow

Ballet Revolucion - Kuba Tanzshow

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Ballet Revolucion - Kuba Tanzshow

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Ballet Revolucion - Kuba Tanzshow

Ballet Revolucion - Kuba Tanzshow

Ballet Revolucion - Kuba Tanzshow

Ballet Revolucion - Kuba Tanzshow

Ensemble

Ensemble Alle Protagonisten sind klassisch ausgebildet, die Hälfte davon praktiziert aber heute Contemporary Dance. Die Choreografien sind sorgfältig ausgearbeitet und oft mit Symbolik aufgeladen: Zu Marleys „No Woman No Cry“ umgarnen zwei Tänzer eine Tänzerin, während sich in einer anderen Sequenz Lianett gegen zehn Typen durchsetzt. Um am Schluss als Einzige noch aufrecht zu stehen. Auffallend spartanisch gestaltet sind Kostüme und Bühnenbild. Keine Spur von Schnickschnack. Einzelne Tänzer stehen selten im Mittelpunkt. Die Show lebt von der Gruppendynamik, bei der die Männer dominieren – und mitunter wiederum sehr sexy wirken. Enge Leggins und Tutus wurden nicht vermisst. Vielleicht lag es aber auch einfach an dem kubanischen Körpergefühl, der spürbaren Lebensfreude und dem Rhythmus im Blut. Oft bekommt man die muskulösen Oberkörper zu sehen und die Pirouetten und Assemblés wirken graziös und dennoch männlich und atemberaubend. Vor allem die Damen im Publikum haben bei diesen Auftritten ihren Spaß. Denn da kann man sich die Chippendales fast sparen ...

Show

In "Ballet Revolución" verbinden die besten klassischen und zeitgenössischen Tänzer aus Kuba pure Emotion, Sinnlichkeit und kompromisslose Dynamik mit so unterschiedlichen Techniken wie Ballett, zeitgenössischem Tanz und Hip-Hop zu einer explosiven und intensiven Performance.

Musik: Getanzt wird u. a. zu Pop-Songs u. a. von Usher, Chris Brown, Shakira, Santana, Enrique Iglesias, Ricky Martin und Beyoncé.

Wann & Wo: 5. bis 18. März im MuseumsQuartier; Karten unter 01/96 0 96 oder im Internet www.oeticket.com