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Kultur
06/24/2019

Komponist Iván Eröd (83) verstorben

Der österreichische Komponist mit ungarischen Wurzeln schuf Orchesterwerke und Opern und war ein prägender Lehrer

Der Komponist Iván Eröd ist verstorben. Der Musiker, der lange Zeit an der Wiener Universität für Musik und darstellende Kunst eine Professur innehatte und dort Komponisten wie Georg Friedrich Haas oder Johannes Maria Staud ausbildete, war eine wichtige Figur in der österreichischen Musikgeschichte der Nachkriegszeit.

Der 1936 in Budapest geborene Eröd war 1956 im Umfeld des Ungarnaufstands nach Österreich emigriert und hatte 1960 die österreichische Staatsbürgerschaft angenommen. Zehn Jahre später erhielt er den österreichischen Staatspreis für Musik, auf den viele weitere Auszeichnungen folgten. Die letzte war ihm erst am Wochenende zuerkannt worden: Die Goldmedaille des Kennedy Center Washington hatte sein Sohn, der Bariton Adrian Eröd, entgegengenommen.

Eröd schuf Opern (Die Seidenraupen, Der Füssener Totentanz, Orpheus ex Machina, Die Liebesprobe), erfolgreich war u.a. sein Kinderwerk "Pünktchen und Anton" für die Wiener Staatsoper. Dazu kamen zahlreiche Orchesterwerke, kammermusikalische Stücke und Lieder. 

Eröds kompositorisches Werk ist geprägt von freien, leichter zugänglichen Elementen im Feld der Tonalität, die sich der Einordnungen in die diversen Schulen entziehen. Von der Auseinandersetzung mit den Traditionen der Schönberg'schen Zwölftontechnik hat sich Eröd in seiner späteren Karriere abgewandt. Dabei scheute er sich nicht, Jazzanklänge oder ungarische Volksmusik in seine eigene Tonsprache zu integrieren.