Crossover-Projekt "Liedestoll" im Konzerthaus: Angelika Kirchschlager und Konstantin Wecker

© Claudia Prieler

Die Göttin und der Meister
11/28/2013

Die Göttin und der Meister

Kritik: "Liedestoll" mit Angelika Kirchschlager und Konstantin Wecker im Konzerthaus

von Werner Rosenberger

Hänschen klein“ und das „ Heidenröslein“ als Intro. Kinderstimmen als Bandzuspielung von zwei Kapazundern, dem sympathischen Mezzosopran aus der Opernwelt und dem Kraft-Bayern und Liedermacher.

Sie gaben einander Kosenamen während der Arbeit am gemeinsamen Programm „Liedestoll“: Die „Göttin“ ist Angelika Kirchschlager, der „Meister“ Konstantin Wecker, ein „alter Meister“, wie er am Mittwoch im Wiener Konzerthaus witzelte.

Deren Tournee ist schon lange ausverkauft.

Wilde Mischung

Kunstgesang trifft auf Protestlied, Schmachtfetzen auf Wutbürger-Empörungssong, Antifaschismus-Rock auf Schubert-Arie und Gedichte von Goethe über Rilke bis Wecker, garniert mit viel Paukenpomp.

Eine wilde Mischung also. Zum Schunkeln und für die kleine Träne der Rührung im Augenwinkerl.

Ein Wecker-Konzert mit Gaststar ist’s nicht. Schön austariert und fair gewichtet wird die Lieder-Melange serviert, wobei er als Conférencier näher an der hyperaktiven Rampensau agiert. Und sie der Ruhepol ist.

Beide Künstler verbindet die Liebe zum Lied und zum gedichteten Wort.

Er hämmert Klassiker wie „Genug ist nicht genug“ oder „Hexeneinmaleins“ in den Konzertflügel. Und wie heißt’s so schön bei Wecker: „Von allen meinen Lieben ist mir nur eine treu geblieben: der Selbstbetrug ...“

Sie, die vor allem Mozart-Erfahrene, steuert nicht nur aus der Kunstlied-Abteilung der Romantik u. a. Schuberts „Du bist die Ruh“ und Schumanns „Mondnacht“ bei, sondern auch das Kampflied „Empört Euch“, unterstützt vom Spring String Quartet, Jo Barnikel (Piano) und Sebastian Trimolt (Percussion). Sie begleitet ihn am Klavier zum „Leiermann“.

Dafür gibt’s ein Busserl auf die Wange, nicht das einzige an diesem Abend.

Das Motto: „Leben ist Brückenschlag über Ströme, die vergehn“. Der Cocktail der beiden ist ein Brückenschlag über die sogenannte E- und U-Musik, Ernst und Unterhaltung quer über die Genres. Höhepunkte des Konzertes sind die Dialog-Passagen, ein gespenstisch- packender „Erlkönig“, Liebeslieder, und nach Weckers Gedicht an seinen Vater Puccinis „Nessun dorma“ schließlich als eine von zahlreichen Zugaben Lucio Dallas unwiderstehlicher Gehörgangschmeichler „Caruso“. Spätestens da waren alle „batzwach“, wie der Wiener sagt, gerührt und rührselig. Und bereit für Standing Ovations.

KURIER-Wertung:

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