Mobbing-Vorwürfe gegen KHM-Spitze: "Toxische Führungskultur"
In der ZIB 2 berichtete am Dienstagabend Veronika Sandbichler, die Direktorin von Schloss Ambras, von Gesprächen mit der KHM-Führungsspitze, bei denen sie "zumindest verbal so traktiert wurde", dass sie in Tränen ausgebrochen sei. Laut ihrem Anwalt Martin Maxl gebe es seit dem Amtsantritt des neuen Generaldirektors Jonathan Fine knapp 20 Fälle von Auseinandersetzungen mit Museumsmitarbeitern.
"Ich werfe dem Herrn Fine genau genommen eine toxische Führungskultur vor", sagte Maxl in dem Beitrag. Sandbichler, die die Zweigstelle des Kunsthistorischen Museums auf Schloss Ambras seit 2010 als Direktorin leitet, berichtete von einem neuen Kommunikationsstil ihr gegenüber, der sie einer physischen und psychischen Belastung aussetze, die ärztliche Betreuung notwendig mache. Laut ZIB 2 ist der Betriebsrat am Dienstag zu einer Sondersitzung zusammengekommen und hat das Kulturministerium eine externe Prüfung durch die Unternehmensberatung Deloitte beauftragt.
KHM-Museumsverband weist Vorwürfe zurück
In einer Stellungnahme weist der KHM-Museumsverband die in dem Bericht erhobenen Behauptungen "mit aller Deutlichkeit zurück. Die dort verbreiteten Anschuldigungen sind inhaltlich unzutreffend, einseitig dargestellt und werden durch keinerlei Fakten gedeckt."
Es werde von Sandbichler "ein individuelles arbeitsrechtliches Interesse, nämlich die Beendigung ihres Dienstverhältnisses zu den von ihr begehrten Bedingungen, durch die gezielte Platzierung falscher Vorwürfe in die Öffentlichkeit verlagert".
Nicht das Ministerium, sondern das Kuratorium des Museumsverbands habe bereits "lange vor der aktuellen medialen Eskalation eine umfassende, unabhängige Überprüfung der gegen die Geschäftsführung erhobenen Behauptungen beauftragt". Man verstehe sich "als öffentliche Institution mit einer klaren Kultur der Verantwortung, des Respekts und offener Kommunikationskanäle".
Derzeit gehe man aber davon aus, "dass eine Arbeitnehmerin versucht, durch die Verbreitung haltloser, rufschädigender oder bewusst verzerrter Vorwürfe die eigene Rechts- und Verhandlungsposition günstig zu beeinflussen. Der Museumsverband ist daher gezwungen, alle rechtlichen Möglichkeiten zu prüfen und gegebenenfalls auszuschöpfen."
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