"Dubios": Bergmann fordert Klarheit über Hinterhäusers Abgang
Warum Markus Hinterhäuser die Salzburger Festspiele verlassen musste, ist weiter ungeklärt. In der "ZiB2" war dazu Karin Bergmann, interimistische künstlerische Leiterin der Salzburger Festspiele, zu Gast. Sie forderte Transparenz – und warnte zugleich vor anonymen Vorwürfen.
Bergmann sagte zu den Hintergründen der Trennung: "Nein, es gibt nur Mutmaßungen. Und ich höre von beiden Seiten dazu keine klaren Worte." Immer wieder werde auf eine Wohlverhaltensregel verwiesen, "aber das finde ich sehr dubios, ist vielleicht etwas überspitzt. Ich weiß es nicht genau."
Für Bergmann bleibt der Abgang erklärungsbedürftig. Sei sei in jedem Fall seltsam, dass ein hocherfolgreicher Festspielleiter von einem Tag auf den anderen gehen muss und die Künstler, die Mitarbeiter und die Öffentlichkeit erfähren warum.
Anonyme Vorwürfe
Zu Berichten über Kritik an Hinterhäusers Führungsstil sagte Bergmann: "Ich bin dagegen, dass im Nachhinein Menschen immer anonyme Vorwürfe erheben gegen diese Art von Denunziantentum, gegen die sich dann Menschen nicht mehr wehren können." Das sei "eine wirkliche Gefahr für eine Arbeitskultur".
Zugleich betonte sie die Notwendigkeit von Schutzmechanismen: "Ich bin sehr, sehr für Opferschutz, aber ich finde, es muss dringend in diesen großen Institutionen Einrichtungen geschaffen werden, zu denen die Menschen auch Vertrauen haben."
Fokus auf den Sommer
Ihre eigene Aufgabe sieht Bergmann vor allem pragmatisch. "Jetzt muss man sich auf die Kunst fokussieren", sagte sie mit Blick auf die nahenden Festspiele. Ziel sei es, das von Hinterhäuser geplante Programm umzusetzen und ein konstruktives Arbeitsklima zu schaffen.
Bergmann sprach auch über ein wiederkehrendes Muster in Institutionen. Auf die Frage, warum oft Frauen kommen müssten, um nach Krisen aufzuräumen, sagte sie: "Weil man uns viel zu spät rangelassen hat." Wären Frauen früher "an die richtigen Positionen gesetzt" worden, "wäre vielleicht manches anders verlaufen". Zugleich relativierte sie: "Aber das ist Kaffeesudlesen. Wir machen das, was wir gut können." Auf die Nachfrage, ob sich daran etwas ändere, antwortete Bergmann: "Langsam nicht, aber gewaltig."
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