© Universal Music/Robby Klein

Kultur
04/07/2020

Kandace Springs setzt ikonischen Jazz-Sängerinnen ein Denkmal

Die amerikanische Sängerin und Pianistin spricht mit dem KURIER über den Mut ihrer Idole und ihren Mentor Prince

„Ein Stimme, die den Schnee zum Schmelzen bringt!“ So bezeichnete Prince den Gesang von Kandace Springs, lud die heute 31-jährige Jazzsängerin deshalb in sein „Paisley Park“-Studio nahe Minneapolis ein.


„Er hatte meine Version des Sam-Smith-Hits ‚Stay With Me‘ im Internet gehört und mich über Twitter kontaktiert“, erzählt Springs im KURIER-Interview: „Er fragte, ob ich Lust hätte, mit ihm beim 30-jährigen Jubiläum von ‚Purple Rain‘ in Paisley Park aufzutreten. Ich sagte natürlich sofort Ja. Wir sprachen davor ein paar Mal am Telefon, und schon da haben wir uns super verstanden. Ich war trotzdem irrsinnig nervös, als ich in Paisley Park ankam. Doch schon als ich reinkam, hörte ich, wie seine Band New Power Generation einen meiner Songs spielte. Es war surreal. Aber Prince war so zuvorkommend und wir wurden Freunde.“


Immer wieder rief Prince danach bei Springs an, um sie an seinen wichtigsten Rat zu erinnern: „Bleib du selbst und stelle deine Stimme immer in den Vordergrund. Denn das ist das, was dich einmalig macht!“

Auch auf ihrem neuen Album „The Women Who Raised Me“ hat Springs das beherzigt. Dafür hat die Pianistin die bekanntesten Songs der größten Jazz-Sängerinnen aller Zeiten gecovert. Darunter sind Astrud Gilbertos „Gentle Rain“, „I Put A Spell On You“ von Nina Simone und „Killing Me Softly“ von Roberta Flack.

Süchtig nach Nina

„Mein Vater war Sänger, trat in meiner Heimatstadt Nashville in kleinen Clubs und bei Hochzeiten auf. Als ich acht Jahre alt war, spielte er mir Nina Simone vor. Erst mochte ich ihre Stimme nicht, verlangte aber immer wieder, sie zu hören, weil sie so eigenartig war. Schließlich wurde ich süchtig nach ihrer Stimme und wollte immer mehr auch andere Jazzsängerinnen hören.“

Norah Jones, deren Song „The Nearness Of You“ ebenfalls auf „The Women Who Raised Me“ zu hören ist, ist zusätzlich Gastsängerin und interpretiert mit Springs Ella FitzgeraldsAngel Eyes“.


„Ich habe Norah schon vor Jahren am Flughafen vor der Toilette kennengelernt. Ich flog zum Jazzfest nach New York und sie kam von einem Gig mit Willie Nelson. Wir haben Telefonnummern ausgetauscht und schon damals hat sie zugesagt, bei dem Tribute-Album dabei zu sein.“

Wichtig bei dem Projekt war Springs aber nicht nur, all die Songs aufzunehmen, die ihre Liebe zur Musik geformt haben, sondern auch welche dabei zu haben, die mit engagierten Aussagen die Stärke ihrer Idole repräsentiert. Einer davon ist „Strange Fruit“, der von den Lynchmorden in den Südstaaten handelt und heute als früher Ausdruck der Bürgerrechtsbewegung gilt.

„Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie viel Mut es gebraucht haben muss, damit 1939 rauszukommen. Der Text, der beschreibt, wie die Körper der Schwarzen an den Bäumen hängen, ist genauso hässlich und verstörend wie faszinierend und schön. Und als ich Sades ‚Pearls‘ das erste Mal gehört habe, musste ich weinen. Die Story der Mutter in Somalia, die nicht weiß, wie sie ihr Kind ernähren soll, hat mich tief berührt.“


All das heißt nicht, dass Springs nicht auch männliche Vorbilder hatte: „Mit den Songs von Duke Ellington, Oscar Peterson und Miles Davis mache ich ein eigenes Album. Ich will auch ein ,Best Of Luther Vandross‘ aufnehmen. Denn der ist mein absoluter Liebling.“

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