© Udo Leitner/Pressefoto

Kritik
09/22/2021

Kabarettist Omar Sarsam mit neuem Programm: Lachen, wenn der Arzt kommt

Omar Sarsam propagiert mit seinem 3. Solo „Sonderklasse“ im Stadtsaal Wien: „Lächeln ist besser als sudern“.

von Werner Rosenberger

Hand aufs Herz: Wer will nicht ein bisserl Sonderklasse sein?

Auch wenn die Theorie sagt: Wir sind alle gleich. Dass sich der Mensch selber trotzdem gern als besonders unter Gleichen empfindet, dieses Paradox ist auch Thema beim – nach „Herzalarm“ – jetzt 3. Solo „Sonderklasse“ von Omar Sarsam, das zwei Tage nach seinem Auftritt beim Donauinselfest am Dienstag Premiere im Stadtsaal Wien hatte.

Überdosis Körperkomik

Sarsam, ein echter Wiener mit irakischen Wurzeln und tschechischen und kroatischen Einflüssen, ist der denkbar liebenswürdigste und nicht im mindesten von Sarkasmus oder gar Zynismus angekränkelte Comedian, der live auf der Bühne wie ein Comicstrip auf Speed agiert.

Ein körpersprachlich beredter Sympathler bis in die Knochen, wie erfunden für die Profession Kinderarzt. „Jeder Chirurg glaubt, er sei der Beste der Welt – und in meinem Fall stimmt es auch“, scherzt der Mann, der zu übertriebener Mimik und exaltierter Gestik die Augenbrauen tanzen lässt wie einst Groucho Marx.

Und dem das Blödeln heilig ist.

Er bringt, als wär’ er ein CliniClown auf der freien Wildbahn, sein Publikum mit klassischer Stand-up Comedy, skurrilem Witz und Musik mit Gitarre, Keyboard und Loop Station – etwa parodierend als Andreas Arabalier – dazu, kindlich zu lachen, ohne Hintergedanken und ohne Angst, etwas misszuverstehen.

Nur aus Spaß an der Freud’.

Über die sprachlichen Finessen der arabischen, persischen und chinesischen Sprache. Über die Erklärung, warum Ellenbogen-Einrenken und das chirurgische Handwerk überhaupt süchtig machen kann.

Aber Sarsam kann sich nicht vorstellen, dass man heutzutage in der Diskothek einen Partner finden kann. Zu seiner Zeit habe man sich „jemanden nach Hause genommen für eine Nacht. Und da hast du dir was geholt, das war für länger.“

Sonst erzählt er Gute-Laune-Geschichten vor allem vom medizinischen Alltag des Arztes mit – „aus Datenschutzgründen natürlich frei erfundenen“ – lustigen Zitaten aus Ambulanzprotokollen.

Da war auf die Frage: „Welche Beschwerden führen Sie zu uns?“ zum Beispiel die lapidare Antwort zu lesen: „Meine Mutter.“ Oder: „Kleiner Riss links am Gehirn.“ Oder: „Vorhaut geht nicht mehr vor – vor zwei Tagen zurückgelassen“.

Diesen Entertainer – versierter Stimmungsaufheller und Propagandist des Prinzips „Lächeln ist besser als sudern“ – gibt’s rezeptfrei und ohne Nebenwirkungen.

Die nächsten Termine: „Sonderklasse“ am 26.9. im Stadtsaal Wien und am 28. 9. im Orpheum; „Kabarettgipfel“ mit Sarsam, Klaus Eckel, Clemens Maria Schreiner, Michael Mittermeier u.a. am 11. und 12. 10. in der Wiener Stadthalle, Halle F

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