Es reicht ein Papierl, um die Demokratie abzuschaffen

64. Frankfurter Buchmesse
Foto: AP/Ronald Wittek "Sehr stolz": Jussi Adler-Olsen, 1950 in Kopenhagen geboren.

Der Däne Jussi Adler-Olsen thrillert in amerikanischen Revieren.

Ist das etwas Neues von John Grisham? Nein, sein nächster Roman „Home Run“ kommt erst im März und kümmert sich bloß um die Folgen der Oberschenkelzerrung eines Footballspielers.

Es ist der Däne Jussi Adler-Olsen, der in „Das Washington-Dekret“ über Amerika und die Gesetze schreibt. 2006 erstmals in Kopenhagen erschienen, ist der Thriller seit heute, Donnerstag, in der Übersetzung im Handel.

Im Vorjahr, als Adler-Olsen bei der Krimi-Nacht in Wien war, sagte er im KURIER-Gespräch, er sei sehr stolz auf dieses Buch.

Er zeigt, wie ein politisches System aussehen kann, wenn es missbraucht wird: „Wir sprechen über die Demokratie in den Vereinigten Staaten ...“

Die Ehefrau des neuen Präsidenten wird erschossen, daraufhin lässt er „für eine sichere Zukunft“ Grundrechte abschaffen. Medien werden zensuriert, wer jemanden tötet, wird sofort hingerichtet, Bespitzelungen erinnern an Stalins Zeiten. Aus dem angestrebten Paradies wird ein Land im Krieg.

Alles wegen eines Papierls, des Washington-Dekrets, das geltendes Recht auslöscht. Als Kopf des Attentats auf die Präsidentenfrau wird übrigens (selbstverständlich) der Falsche eingesperrt.

Jussi Adler-Olsen, der meistgelesene Krimi-Autor Deutschlands und Österreichs, bewegt sich mühelos in fremden Revieren.

Aber obwohl erst im vergangenen August Band vier seiner Serie um Kommissar Mørck vom Sonderdezernat Q erschienen ist, wäre es schöner, man würde rasch den fünften Teil übersetzen – in Dänemark liegt der „Marco-Effekt“ seit Dezember in den Buchhandlungen.

KURIER-Wertung: **** von *****

(KURIER) Erstellt am
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