Prag Jugendstil

© RADOVAN SUBIN

Art nouveau

Die Goldene Stadt setzt sich in Szene

Prag setzt im Sommer auf Jugenstil-Ausstellungen.

von Werner Rosenberger

08/12/2013, 01:05 PM

In Prag setzte die Begeisterung für den Jugendstil erst ein, als er anderswo schon in voller Blüte stand oder bereits am Verblühen war. Das Peterka-Haus auf dem Wenzelsplatz und das „Hotel Central“ zwischen Hauptbahnhof und Pulverturm, beide um 1899 entstanden, sind die ältesten Häuser im neuen Stil.

Architektonischer Prunk und üppige florale Ornamentik von einst prägen bis heute ganze Häuserblocks und Straßen in der Goldenen Stadt. Zu den bedeutendsten Art-nouveau-Bauwerken gehören bekanntlich das Gemeindehaus am Platz der Republik sowie das Jan-Hus-Denkmal am Altstädter Ring oder das Goethe-Institut am Masaryk-Kai.

Typischen Elementen dieses Kunststils begegnet man auf Schritt und Tritt auch in den Interieurs vieler Prager Cafés, Restaurants und Hotels, wie z. B. im traditionellen Café im alten Gemeindehaus (Obecní dům), im Sarah-Bernhardt-Restaurant des Hotel Paris oder im Café Imperial mit dem berühmten Keramikdekor aus dem Jahr 1914.

Der Jugendstil hat immer Saison in Prag. Derzeit noch ein bisschen mehr denn je. Tschechiens Metropole wirbt heuer im Sommer vor allem mit einer Ausstellungskampagne fĂĽr den tschechischen Jugendstil.

Plakatkunst

Im Gemeindehaus sind in der Schau „Ivan Lendl: Alfons Mucha“ (bis 10. 9.) insgesamt 152 Original-Plakate des Jugendstilkünstlers, der vor allem durch sein Theaterplakat Gismonda für die Pariser Schauspielerin Sarah Bernhardt berühmt wurde, aus der Sammlung des Tennis-Stars zu sehen.

Ebenfalls im Gebäude am Platz der Republik wird sich ab November eine Langzeitausstellung mit allen europäischen sezessionistischen Strömungen befassen.

Mit Muchas berühmtem Zyklus „Das slawische Epos“ (bis 31. 12.), 20 monumentalen Historiengemälden mit Szenen aus der slawischen Geschichte, lockt die Nationalgalerie. Und im Mittelpunkt der Schau „Passion, Traum und Ideal“ (bis 3. 11.) im Barockschloss Troja stehen Jugendstilplastiken tschechischer Bildhauer.

Sogar Gustav Klimt, wiederholt in Böhmen und Mähren tätig, kann man in der Stadt an der Moldau begegnen: „Judith auf Kampa“ (bis 22. 9.) zeigt neben Klimts Judith auch Werke von Alfons Mucha und František Kupka.

Fotos in Wien

Zeitdokumente und Fotos zu wichtigen Ereignissen – Gründung der Tschechischen Republik, Sporterfolge oder EU-Beitritt – sind im Tschechischen Zentrum in der Wiener Herrengasse unter dem Titel „20 Jahre auf Prager Plätzen“ (bis 13. 9.) ausgestellt – und zeitgleich in der Windows Gallery „Magic Prague“: Arbeiten des Fotografen Marius Höfinger.

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