Kultur
31.08.2018

Josh: Noch regiert die Freude über „Cordula Grün“ im Bierzelt

Der Wiener Singer/Songwriter spricht im Kurier-Interview über den Sommerhit und seine Auswirkungen.

 „Ich gewöhne mich erst langsam daran, das Wort Hit dafür in den Mund zu nehmen ... “

Josh, Singer/Songwriter aus Wien, sollte sich besser schnell daran gewöhnen. Denn „Cordula Grün“ ist ein Hit – ein großer. Und das nicht nur in Österreich. Die YouTube-Aufrufe des Songs um die verlogene und doch so anziehende Cordula gehen auf die vier Millionen zu. Er war Platz eins der iTunes-Charts und eine Coverversion gibt es auch schon: Die Draufgänger interpretieren Frau Grüns Romanze, im Original mit Indie-Flair, als Volksmusik.

Aber das, sagt Josh im Interview mit dem KURIER, erschrecke ihn nicht: „Es ist eine Ehre, gecovert zu werden. Die Draufgänger spielen den Song halt so, wie sie ihn hören. Wenn die Leute ihn am Oktoberfest singen wollen, sollen sie. Im Moment freue ich mich noch, dass ,Cordula‘ ein so breites Publikum anspricht. Denn neben Videos aus Bierzelten bekomme ich auch Nachrichten von FM4-Hörern, die den Song toll finden. Und bei meiner Autogrammstunde am Frequency-Festival sind die Leute Schlange gestanden.“

Wie er selbst seine Musik interpretiert haben will, sagt Josh, könne er bei den Live-Auftritten zeigen. Zum Beispiel heute, Samstag, wenn er beim Wiener Stadtfest (19.00 Uhr, Gösserhalle am Columbusplatz) auftritt. Da zeigt der als Johann Sumpich geborene Musiker, was er sonst noch drauf hat.

Denn schon mit neun Jahren begann er, Gitarre zu spielen, lernte bis zur Matura Klassik, aber vor allem lateinamerikanische Stücke. Was ihm daran nicht gefiel, war die Einschränkung, alles genau vom Blatt spielen zu müssen. Deshalb studierte Josh nach der Matura Jazz, genoss das Improvisieren und das Zusammenspiel mit anderen: „Die Jazzer sagen viel eher, ich mache das, was mir gefällt, und pfeife drauf, was die anderen denken.“

Diese Haltung will der 32-Jährige nach dem Hit für die Arbeit an seinem Debüt-Album (erscheint Anfang 2019) beibehalten: „Ich würde lügen, wenn ich sage, dass so ein Hit keinen Druck erzeugt. Mein Album zeigt trotzdem viel mehr Facetten von mir als ,Cordula‘. Denn ich kann auch nachdenklich sein, ich ziehe mich gerne mal zurück. Gleichzeitig liebe ich es, Dinge wie bei dem Hit humorvoll rüberzubringen.“

Beispiele dafür wird Josh zum Stadtfest mitbringen. Etwa den Song „Viertel Drei“, eine Beziehungsbetrachtung darüber, „wenn man zwei Frauen gleichzeitig liebt und sich in den frühen Morgenstunden fragt, wen man jetzt anrufen soll“. Aber auch die Ballade „Melodie verloren“: „Dabei setze ich das Gefühl, wenn ein Mensch weggeht, damit gleich, dass ich meine Melodien verloren habe – was für einen Musiker das Schlimmste ist.“

Josh live:

1. 9. Wien/Stadtfest

22. 9. Liezen/American Bar

26.9. Wien/B72

29. 9. Mank/City Rock Festival

13.10. Linz/Posthof