Johann-Strauß-Jahr 2025: Strauß' Queerness, "Zigeuner" und ein "Sparfuchs"

Johann-Strauß-Jahr 2025: Strauß' Queerness, "Zigeuner" und ein "Sparfuchs"
Der künstlerische Leiter Roland Geyer erklärt, warum 20 Millionen Euro Budget nicht zu viel sind und warum er den „Zigeunerbaron“ spielen will (Von Susanne Zobl).

2025 wird man Strauß mit Doppel-s schreiben. Das sei wissenschaftlich fundiert, sagt Roland Geyer. Und es ist auch gut für die internationale Vermarktung. Geyer leitet das Strauß-Jahr 2025. Der KURIER sprach mit ihm über seine Vorhaben.

KURIER: Ist Ihr Programm schon fertig?

Roland Geyer: Wir haben 60 Projekte in zehn Genres für 238 Spieltage in Planung. Aber wir präsentieren nur ein Viertel Original Strauß, der Rest zeigt, was aus Strauß heute entstehen kann. Denn der große Unterschied zum Mozart-Jahr 2006, ist, dass wir bei Strauß viel mehr selbst produzieren müssen und alles neu selbst konzipieren. Aber es ist uns gelungen, so gut wie alle Kulturinstitutionen in Wien zu gewinnen.

Die Planungen für das Johan-Strauß-Jahr 2025 ruhen auf drei zentralen Programmsäulen, die sich Pur, Mix und Off nennen. 

  • Unter dem Label Pur versammeln sich etwa Vorhaben wie ein Operettenpasticcio mit den Wiener Philharmonikern unter Christian Thielemann am 29. und 30. März im Musikverein. 
  • Unter Mix versteht man Projekte wie das immersive Theatervorhaben „Fürstin Ninetta“ der Gruppe Nesterval am 15. Februar im Dianabad. 
  • Und die Schiene Off schließlich hält Ideen bereit wie ab 21. März eine Lichtinstallation im Stadtpark, wo in der Nähe der goldenen Strauß-Statue sieben Frauenfiguren aus Operetten des Komponisten via Augmented Reality zum Leben erwecket werden.
     

Zum Start

Den wortwörtlichen Anpfiff des Festjahres, das nun unter dem offiziellen Motto „Wien in Strauss und Braus“ stehen wird, übernimmt Puppenmeister Nikolaus Habjan in seiner Nebenprofession als Kunstpfeifer. Am 1. Jänner 2025 mit Schlag Mitternacht läutet er unter dem Titel „Donauwalzer live!“ im Konzerthaus nicht nur das neue, sondern auch das Strauß-Jahr ein. Auch für den Schlusspfiff zeichnet Habjan verantwortlich, gibt es doch am 31. Dezember eine Silvestergala unter dem sprechenden Titel „By(e) Strauss“ im Theater an der Wien.
Dazwischen sind 60 Projekte an 30 verschiedenen Standorten angesetzt.

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