MALAGA'S JAZZ INTERNATIONAL FESTIVAL

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Kultur

Jazzsaxofonist Lee Konitz an Folgen des Coronavirus gestorben

Der US-amerikanische Jazzsaxofonist Lee Konitz starb im Alter von 92 Jahren.

04/16/2020, 02:11 PM

Er galt als einer der "Architekten" des Modernen Jazz. Der US-amerikanische Alt-Saxofonist Lee Konitz spielte eine wichtige Rolle bei den legendĂ€ren Jazz-Sessions "Birth Of The Cool" (1948 bis 1950) unter Miles Davis und Gil Evans. Außerdem hatte der Erfinder des "Cool Jazz" nach EinschĂ€tzung von Kritikern erheblichen Einfluss auf die Evolution des europĂ€ischen Jazz.

Nun ist Konitz dem US-Radiosender NPR zufolge, der sich auf Konitz' Sohn Josh berief, im Alter von 92 Jahren an den Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus in einem New Yorker Krankenhaus gestorben. Auf der Facebookseite zu dem Musiker hieß es: "Mit großer Trauer mĂŒssen wir verkĂŒnden, dass Lee Konitz gestern an den Komplikationen durch Covid-19 gestorben ist".

Konitz wuchs in Chicago auf und war tief verwurzelt im Stil der Stadt. Sein erstes Instrument war eine Klarinette. Bereits Mitte der 40er-Jahre spielte er mit Jerry Wald. 1947 schloss er sich Claude Thornhills Orchester an. Miles Davis schĂ€tzte an ihm, dass er die harmonischen Ideen von Charlie Parker aufgriff, diese aber ruhiger, gleichmĂ€ĂŸiger und mit mehr LĂ€ngen spielte.

Doch Konitz scheute sich auch nicht, beim Bebop Anleihen zu nehmen und sich immer wieder neu zu erfinden. Er entwickelte seinen Stil unentwegt weiter, ohne mit seiner Innovationslust die QualitĂ€t aufs Spiel zu setzen. Seine Musik ist ĂŒberaus persönlich, voller Enthusiasmus und Energie.

WĂ€hrend er noch mit Davis die "Geburtsstunde des Cool (Jazz)" feierte, hatte Konitz Ende der 40er-Jahre begonnen, mit Lennie Tristano und dem Tenor-Saxofonisten Warne Marsh zu experimentieren. Nach seiner ersten Europa-Tournee 1951 folgten unter anderem Auftritte mit Gerry Mulligan. 1965 trat Konitz in New Yorks berĂŒhmter Carnegie Hall auf, noch im gleichen Jahr auch beim Jazz- Festival in Paris und in Lugano.

In den USA zeichnete Konitz eine Reihe von Duos auf, unter anderen mit Joe Henderson. In Deutschland war er Ende der 60er-Jahre mit Attila Zoller und Albert Mangelsdorff zu hören, in Italien mit Martial Solal und Enrico Rava. In New Yorks Town Hall spielte er 1972 neben Charles Mingus. Er gab Platten heraus mit Dave Brubeck und Anthony Braxton, begleitete Paul Bley und Gil Evans.

Kritiker erklĂ€rten seinen Erfolg damit, dass Konitz in seiner mehr als 70-jĂ€hrigen Laufbahn nie seine Neugier und seine Bereitschaft verlor, Inspirationen aufzusaugen und musikalisch zu wachsen. Er nahm ĂŒber 150 Alben auf und wurde 2013 fĂŒr sein Lebenswerk mit der "German Jazz Trophy" geehrt.

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