Kultur
26.08.2017

Ist ein Esel, wer ins richtige Leben will?

"Lichter als der Tag" von Mirko Bonné: Kandidat für den Deutschen Buchpreis 2017

Heißt es nicht: Wenn’s dem Esel zu gut geht, geht er aufs Eis? Raimund Merz ist seiner Jugendliebe begegnet. Da wird doch erlaubt sein, dass sich der 50-Jährige fragt: Hätte das Leben lichter, freier, besser sein können? Das ist keine Eselei, sondern eine verzwickte (Anti-)Liebesgeschichte – Mirko Bonné ist mit "Lichter als der Tag" im Rennen um den Deutschen Buchpreis. Goethes vergleichbare "Wahlverwandtschaften" hätten ja auch Chancen gehabt. Bestimmt.

Vielleicht.

Und Wespen

Wie in früheren Romanen Bonnés wird ein dunkler Seelenzustand überwunden. Mit weniger Dramatik hätte das ebenso spannend sein können. Aber bitte sehr, so hat Raimund Merz halt mit der Jugendfreundin ein Kind. Sein bester Freund hat diese Frau damals trotzdem "gekriegt". Und er, Raimund, heiratete halt die Vierte im damaligen Bunde.

Neubeginn ist möglich, sagt der Roman. Und verrät so nebenbei viel über Grabwespen. Die sind genauso interessant.

Mirko Bonné:
„Lichter als der Tag“
Schöffling & Co.
336 Seiten.
22,70 Euro.

KURIER-Wertung: ****