Immer schneller durch die Hypemachine

Als Band des Jahres nominiert sind: Klangkarussell
Bekannt geworden durch das Internet, erobert ihre Single "Sonnentanz" jetzt die Charts. Das Elektronik-Duo aus Salzburg erklärt im Interview, wie es so weit kommen konnte.

Fünf Millionen Klicks auf Youtube. Was als Internet-Hype begann, füllt mittlerweile ganze Hallen. "Zu unserem letzten Auftritt in Stuttgart kamen mehr als 1000 Leute.", erklärt Adrian Held im Gespräch mit Kurier.at. Zusammen mit Tobias Rieser bildet er das Elektronik-Duo Klangkarussell. Seit etwas mehr als drei Monaten ziehen die beiden Salzburger durch die Clubs Europas.

Rechnen konnten sie mit diesem Erfolg nicht. Ihre Single "Sonnentanz" ist nämlich eigentlich schon ein Jahr alt. "Wir haben die Nummer auf Soundcloud hochgeladen, wo sie etwa ein halbes Jahr lang ohne viel Beachtung herumlag." Erst als der entspannte House-Song in diversen Blogs erwähnt wurde, begann sich das musikalische Ringelspiel zu bewegen. Schließlich sollten Klangkarussell drei Tage lang auf Platz eins in der Hypemachine (hypem.com) landen. Auf der Website werden Musikblogs nach Erwähnungen durchsucht, um die neuesten Trends ausfindig zu machen. "Das war der Knackpunkt", weiß Adrian Held heute. "Erst ab da ging es richtig los".  

Immer schneller im Klangkarussell

Einmal in Bewegung gekommen, dreht sich das Klangkarussell aus Salzburg unaufhörlich weiter: Fünf Millionen Klicks zählt "Sonnentanz" auf Youtube mittlerweile, unzählige Remixes von bekannten (Oliver Koletzki) und weniger bekannten DJs folgten. Anfang Juli wurden sie vom Berliner Label "Stil vor Talent" gezeichnet – mittlerweile sind sie auch beim Major Universal unter Vertrag. Und Anfang August veröffentlichten Klangkarussell dann ihre erste Single. Sonnentanz stieg auf Platz neun der FM4-Charts ein (mittlerweile Platz sieben) und ist in Deutschland auf dem Weg in die Top 30 der Singlecharts. Auch die mehr als 38.000 Fans auf Facebook zeugen von ihrer Beliebtheit.

Aus gemeinsamen Schultagen in Salzburg kennen sich die beiden 23-Jährigen. "Adrian macht schon seit zwölf Jahren Musik, ich seit cirka vier Jahren. Und letztes Jahr im Sommer haben wir uns dann zusammengetan.", erklärt Rieser die Entstehung von Klangkarussell.

Sonnentanz und Eistee aus der Dose

Gemeinsam produzieren sie seitdem jazzigen House, der an die Loungemusik Anfang der frühen 2000er erinnert. Mit ihrem Sound scheinen sie aber genau den Nerv der Zeit zu treffen. Auch ihre zweite Single "Eistee aus der Dose" (Rieser: "Wir mögen Eistee aus der Dose, das ist einfach ein geiles Getränk.") kommt auf knapp eine Million Klicks bei Youtube.

Immer schneller durch die Hypemachine

Musikalische Vorbilder gibt es unzählige: "Wir stehen auf Soul der 60er und 70er", meint Held. "Auch Hip Hop ist ein Einfluss – Was man sich eben so rauspickt.", ergänzt Rieser. Ihren Sound beschreiben die beiden dann auch ganz einfach als Pop. "Also elektronische Tanzmusik. Ich finde es schwierig das irgendwie zu kategorisieren, weil es einfach von so vielen Subgenres überflutet ist.", erklärt Held.  "Elektronische Tanzmusik ist gerade extrem am Boomen und reißt das Popbusiness an sich. Auch in Amerika. Also, danke lieber David Guetta, dass du uns das ermöglicht hast", fügt Held dann noch grinsend hinzu.

Und der nächste Schritt? "Anfang nächsten Jahres wird unser erstes Album erscheinen". Mit dem großen Majorlabel im Rücken, freuen sich die beiden schon auf das Projekt: "Wir sind dadurch in der glücklichen Position auf Unterstützung zurückgreifen zu können, die du als Hobbymusiker zuvor nicht hattest. Also du kannst nicht einfach anrufen und sagen: Hey, ich bräuchte mal einen Sänger, soulful mit einer etwas rauchigen Stimme." Das sei bei Universal möglich, erklärt Held die Vorteile. Dem Problem, das viele via Internet bekannt gewordene Bands trifft, die Samples verwendeten, sehen sie gelassen entgegen. "Wir können einfach alles noch einmal neu aufnehmen und produzieren." Zuletzt musste der Pandarapper Cro für sein Debütalbum auf einige seiner bekanntesten Lieder verzichten, weil er keine Rechte dafür hatte.

Bevor es aber soweit ist, touren die beiden noch durch ganz Europa. Anfragen für die nächsten Monate gebe es genug.
Am Freitag kann man Klangkarussell beim Beatthroat-Festival in Wien sehen. Gemeinsam mit Wankelmut, der mit seiner Coversong "One Day" auf Platz eins der deutschen Singlecharts liegt, werden sie im WUK auflegen.

KURIER.at verlost 2x2 Karten für das Beatthroat-Festival im WUK. Eine Email an kult@kurier.at mit dem Betreff "Ringelspiel" reicht. Die Gewinner werden per Email verständigt.


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