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Jack London
03/15/2013

Im Empire aßen die Kinder Dreck

Jack London: Der Amerikaner war 1921 bei "Menschen in der Tiefe"

von Peter Pisa

Er mischte sich – im Gegensatz zu Dos Passos (links) – ein. Kaufte abgetragene Hosen, eine verschlissene Jacke und Nagelschuhe, die vorher einem Hafenarbeiter gehört hatten.
Stellte sich in die traurige lange Schlange vor dem Armenhaus, um ein Bett für die Nacht zu bekommen.
War entsetzt.
Und schrieb wütend „Menschen der Tiefe“ – eine Reportage, die so anders war als die um 1900 vorherrschende, das Empire glorifizierende Literatur:
„Die Lebenden in ihren Häusern und die Toten in ihren Gräbern werden zur Verantwortung gezogen werden von den kleinen Kindern, die mangels Nahrung sterben, von jedem abgerackerten Arbeiter, der in den Kanal springt.“

Obstschalen

1902 war Jack London in London, verkleidet als arbeitsloser amerikanischer Matrose. Der 26-Jährige sah in East End, wie Hungernde weggeworfene Obstschalen im Straßendreck suchten. Wie die Fliegen krepierten Tausende.

Jack London, der später mit „Ruf der Wildnis“, „Seewolf“, „Wolfsblut“ weltberühmt wurde, hatte damals schon einiges in den USA erlebt gehabt; schon mit 13 musste er in einer Konservenfabrik arbeiten, um seine Familie zu unterstützen; in einem Wirtshaus half er mit; nach Austern tauchte er illegal. Eine arme, harte Jugend hatte er hinter sich ... aber in „Menschen der Tiefe“ rannen seine Tränen.

Die sieht man, man hört ihn schreien und eine Verwaltungsreform verlangen.

Die deutsche Erstausgabe des längst vergriffenen Buchs aus dem Jahr 1928 wurde nachgedruckt.

KURIER-Wertung: ***** von *****

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