Kultur 01.03.2015

Mit Musik die Natur abbilden

Das Künstlerkollektiv iamamiwhoami konzentriert sich auf audiovisuelle Installationen.

Blau steht für den Himmel und das Wasser. Für Jonna Lee, die Frontfrau des Kollektivs iamamiwhoami, auch für die digitale Welt. "Wasser hat vergleichbare Qualitäten: Es hat eine außerordentliche Kraft hat, kann Dinge vorantreiben. Die digitale Welt ist wie ein unendlicher ewig bewegter Ozean, in dem es so viel zu entdecken gibt."

Deshalb hat Jonna Lee ihre neue CD "Blue" genannt. Denn das, erklärt sie im KURIER-Interview, erzähle von ihrer Verbindung zur digitalen Welt: "Wie ein Konzept-Album beschreibt es mich und meinen Weg. Denn einerseits fühle ich mich stark mit der Natur verbunden. Alles, was ich mit meiner Musik will, ist die Natur abzubilden. Andererseits aber ist meine Karriere stark in der digitalen Welt verwurzelt." Einmal mehr hat Lee so ein Album voll mit sphärischen Sounds und verträumten Pop-Melodien geschaffen. "Fountain", "Hunting For Pearls" und "Ripple" hat sie diese Songs genannt, die eigentlich alle audiovisuelle Installationen sind.

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Gesamtkunstwerk

Denn seitdem Lee 2009 mit iamamiwhoami gestartet ist, arbeitet die Songwriterin mit Produzent Claes Björklund und dem Regisseurs-Kollektiv Wave zusammen, dreht zu jedem Song ein Video. Zwar werden auch reine Musik-CDs produziert, um "weniger visuell orientierte Leute, nicht auszuschließen". Aber eigentlich sieht die 33-Jährige ihre Aufgabe im Erschaffen eines Gesamtkunstwerkes.

"Ich hatte in Schweden einige Solo-Platten veröffentlicht, war aber mit den kommerziellen Zwängen bei meinem Label total unglücklich. Das einzig Gute war die Zusammenarbeit mit Claes und den Video-Regisseuren."

So begann Lee, mit ihnen zu experimentieren und die Videos auf YouTube zu stellen. Schnell bildete sich eine treue Fangemeinde, die Lexikon-Websites über die immer wiederkehrende Charaktere in ihren Clips zusammenstellte und über Crowdfunding "Blue" finanzierte.

Ohne diese Cyber-Gemeinschaft, sagt Lee, würde es iamamiwhoami nicht geben. Die ist sogar für den Namen verantwortlich. "Ich habe das erste Video unter diesem Namen ins Netz gestellt, weil ich da noch nicht wusste, wo ich hin wollte und anonym bleiben wollte. Es war nie als Bandname zum Aussprechen gedacht. Aber die Fans haben das aufgegriffen und so ist es dabei geblieben."

( Kurier ) Erstellt am 01.03.2015