Hubert von Goisern zog alle Register

APA/ANDREAS PESSENLEHNERAPA7560760 - 15042012 - WIEN - ÖSTERREICH: Der österreichische Musiker "Hubert von Goisern" während eines Konzerts im Wiener Museumsquartier, am Sonntag 15. April 2012. APA-FOTO: ANDREAS PESSENLEHNER
Foto: APA/ANDREAS PESSENLEHNER Euphorische Stimmung kam im MuseumsQuartier erst nach einer Stunde auf.

Kritik: Hubert von Goisern zog in der Wiener MQ-Halle alle Register seiner Kunst. Das Publikum taute eher langsam auf.

Hubert von Goisern vereint: Dirndl und Lederhosen mit Dreadlocks, Business-Anzüge mit Punk-Frisuren, Polizei-Uniformen mit Pink-Floyd-T-Shirts. Aber egal, in welchem Aufzug und aus welchem Lager die Zuschauer Sonntagabend ins MuseumsQuartier gekommen waren, sie unterhielten sich gut.

Denn seit Anfang der 90er-Jahre vereint Hubert Achleitner aus Bad Goisern heimische Volksmusik mit Blues und Rock – so gekonnt und integer, dass sich die Fans all dieser Szenen darin wiederfinden. Das zweieinhalbstündige Konzert (nein, keine Show – es gab nur buntes Licht und einen Vorhang mit einem Drachen-Bild) war neuerlich ein Beweis dafür.

 

Punkapplaus

Von Goisern und seine dreiköpfige Band zogen von Anfang an alle Register: Ziehharmonika-Soli, so gefühlvoll, dass sogar die Punks Szenenapplaus gaben. Bass und Gitarre, die bei melancholischen, leisen Stellen mit ungewöhnlichen Tönen Akzente setzten und bei den schnellen ungestüm vorpreschten. Es gab reinen Blues mit "I versteh di nit" und einem Cover von Janis Joplins "Mercedes Benz", Jazziges mit "Es is wias is".

Hubert von Goisern selbst spielte neben der Ziehharmonika Klarinette, Klavier und Gitarre, unterhielt zwischendurch mit fast komödiantischen Erzählungen zur Entstehungsgeschichte der Songs. Trotzdem kam euphorische Stimmung im MuseumsQuartier erst nach einer Stunde auf. "Weit, weit weg" war der erste Höhepunkt, "Hiatamadl", der Durchbruchs-Hit von 1992, der zweite. Und ab "Brenna tuats guat" hüpften und tanzen, sprangen und sangen Punks und Dreadlocks ausgelassen mit Dirndln und Lederhosen.

Stimmung

Am Ende gab’s tosenden Applaus und eine ungeplante Zugabe mit einem vierstimmigen A-cappella-Jodler. Ein schöner Abend – in dem ein großartiger stecken blieb. Wobei das wohl mehr am Publikum als an den Musikern lag.

KURIER-Wertung: **** von *****

INFO
Tourdaten: 24. 5. Schloss Fridau bei St. Pölten, 2. 6. Rankweil/Marktplatz, 7. 7. Kufstein/Festung, 11. 7. Salzburg/Domplatz, 14. 7. Spielberg /Red Bull Ring, 3. 8. Klam/Burg Clam, 7. 9. St.Margarethen/Römersteinbruch, 25. 10. Wien/Stadthalle.

(kurier) Erstellt am
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