© Wiener Staatsballett/Ashley Taylor

Kritik
09/21/2020

"Hollands Meister“ an der Volksoper: Ein Fest der Tanzkunst

Der dreiteilige Abend "Hollands Meister“ überzeugt an der Wiener Volksoper (Von Silvia Kargl).

Mit der ersten Premiere seiner Direktionszeit setzte Martin Schläpfer wichtige Signale für die Zukunft des Wiener Staatsballetts. „Hollands Meister“ sorgt für höchstes tänzerisches Niveau, eine Aufwertung des Spielorts Volksoper und eine schlüssige Dramaturgie.

„Hollands Meister“ mit Choreografien von Sol León/Paul Lightfoot, Hans van Manen und Jirí Kylián ist nicht nur eine Hommage an die Entwicklung des Balletts der letzten Jahrzehnte in niederländischen Compagnien. Darüber hinaus zeigt der Abend anspruchsvolle Choreografien, die Tanzgeschichte geschrieben haben, in Wien erstmals an einem Abend verbunden.

Zudem können die Stücke in der intimeren Volksoper ihre Wirkung durch die Nähe zum Zuschauerraum noch besser entfalten als am Ring.

Den Auftakt setzt „Skew-Whiff“ von Sol León und Paul Lightfoot, eine humorvolle Auseinandersetzung mit zeitgenössischem Ballett zu Gioachino Rossinis spritziger Ouvertüre zu „La gazza ladra“. Nicht nur das flotte Tempo, auch akrobatische Elemente bereichern die Choreografie für eine Tänzerin und drei Tänzer, hervorragend einstudiert von Schläpfers Stellvertreterin Louisa Rachedi.

Das Herzstück steht mit Hans van Manens „Adagio Hammerklavier“ in der Mitte. 1973 entstanden, zählt das Stück für drei Paare zu den Höhepunkten. Van Manen rückte unter anderem die Rolle der gleichberechtigten Frau in ein neues Licht. Auch wenn dieses Ballett keine Geschichte erzählt, so ist es allein durch die Beziehungen auf der Bühne nicht bloß abstrakt.

Jede Tänzerin und jeder Tänzer hat individuell gestaltete Parts, auch wenn vorbildhaft getanzte synchrone Momente entstehen. Zu Recht ist Van Manen auch für seine Musikalität berühmt. So ist dieses Stück zum Adagio aus Ludwig van Beethovens Sonate für Hammerklavier op. 106 das einzige des Abends, das live gespielt wird (Klavier: Shino Takizawa).

Jirí Kylians „Symphony of Psalms“ zu Igor Strawinskys Psalmensinfonie ist ein Gruppenstück für acht Paare, darunter diesmal mit den Einspringern Alexandra Inculet und Giovanni Cusin zwei Debütanten, die sehr gut mit den schon länger in Wien wirkenden Tänzerinnen und Tänzern harmonieren. Auch dieses 1978 entstandene Stück ist klug gewählt, rückt es doch die tänzerische Gemeinschaft ins Zentrum.

 

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