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Kultur
12/05/2011

Helle Freude mit Nikolaus Harnoncourt

Im ersten Konzert des Concentus-Musicus-Zyklus' wurde Haydns "Militär-Symphonie" pazifistisch interpretiert.

von Luise Hahn

Samstagabend im Wiener Musikverein, Großer Saal. Erstes Konzert im Concentus-Musicus-Zyklus: Nikolaus Harnoncourt betritt das Podium, wendet sich dem Publikum zu und erklärt, die Pause werde nicht - wie im Programmheft gedruckt - nach der Haydn-Symphonie "Le Midi" stattfinden. Denn "es ist ja ein Blödsinn, zwischen Mittag und Abend eine Pause zu machen". Dem folgten noch interessante Erläuterungen in launigen Worten zu den drei frühen Symphonien von Joseph Haydn "Le Matin", "Le Midi" und "Le Soir".

Schön, dass diese Werke wieder einmal zur Aufführung gelangten. Sie sind nämlich unter anderem eine akustische Fundgrube zu Haydns persönlicher und damit auch der allgemeinen musikhistorischen Entwicklungen. Nicht zu vergessen, die amüsanten Passagen in allen drei Werken. Wie etwa das Duo Fagott-Kontrabass im Trio von "Le Matin" oder den Kontrabass-Soli in den Trios von "Le Midi" und "Le Soir".
Über Haydns "Militär-Symphonie" - die gemäß "Harnoncourt'scher Programm-Reform" gleich nach der Pause erklang - sagte der Maestro, ausgehend von der Friedlichkeit der Tonart G-Dur: "Ich würde sie ja als Anti-Militär-Symphonie bezeichnen."

Es war den gesamten Abend über eine helle Freude, dem Musizieren des Concentus Musicus und dessen exzellenten Solisten zuzuhören. Wobei die Interpretationen des Ensemble-Gründers und -Leiters zum Teil auch neue akustische Perspektiven auftat. Nicht enden wollender Jubel im Saal.

KURIER-Wertung: ***** von *****