Global Kryner: Hits im schrägen Polka-Sound

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Foto: Global Global Kryner: Die alpine Weltmusik-Combo hat mit ihrem humoristischen Freistil Erfolg im Volksmusik-Genre, über das viele die Nase rümpfen.

Cover-Versionen der völlig anderen Art: Global Kryner haben Gassenhauer im Oberkrainer-Sound gestaltet.

Ihr Debütalbum war 2004 mehr als 40 Wochen in den Charts. 2005 traten Global Kryner beim Eurovision Song Contest in Kiew an, schieden aber bereits im Halbfinale aus.

Die alpine Weltmusik-Combo steht für ein Genre, über das viele die Nase rümpfen. Aber sie hat frischen Wind in die Volksmusik gebracht – und jetzt bekannte Songs bearbeitet. Auf ihre ganz eigene Art. Mit hohem Spaßfaktor. Das neue Album heißt „Coverstories“.

Da führte irgendwann kein Weg am TV-Stadl vorbei. Man ließ sich „mit großem Ego“ darauf ein, sagt Band-Gründer und Klarinettist Christof Spörk: „Obwohl wir aus der Generation und aus der sozialen Schicht kom- men, bei der der Musi- kantenstadl Todfeind war.“

Gespenstisch

Kürzlich war’s wieder so weit. Spörk: "Wir sagten: Wir spielen beim Musikantenstadl nur live. Aber es ist gespenstisch, wenn in der einzigen ORF-Musiksendung sonst kaum ein Ton live gespielt wird. Nur ein, zwei Künstler machten ein Halb-Playback, und die Stadl-Band spielt von fünf Liedern zwei live."

Spörk bekam nach der Sendung via SMS ein Zitat von Picasso geschickt: "Ein gutes Bild wird unter schlechten schlecht."

Einen Unterschied sieht der 39-Jährige, der auch mit seinem Solo "Lieder der Berge" als Musikkabarettist auftritt: "In Deutschland sagen die Leute: Ich habe euch im Stadl gesehen. In Österreich sagen sie: Ich schaue mir normalerweile nicht den Stadl an, aber zufällig habe ich euch gesehen ..."

"Coverstories"-CD

Für "Männer sind Schweine", von Global Kryner mit Beatbox-Styling als Proleten-Polka inszeniert, kam eine Absage von Die Ärzte. Der Titel fehlt auf der 6. CD "Coverstories", für Spörk ein klares Konzeptalbum. "Nach einer Zeit der Sinnsuche sind wir wieder auf dem Punkt mit diesem sehr eigenwilligen Projekt."

"Alles nur geklaut" suggeriert die alte Prinzen-Nummer als Opener. Für deren Frontman Tobias Künzel "ist es schon erstaunlich, wie die Global Kryner eine Art Polka-Oper aus meinem kleinen Lied gemacht haben."

Extrabreit ist die Grätsche zwischen "Taubenvergiften" von Georg Kreisler und "Engel" von Rammstein. Von Herbert Grönemeyers "Flugzeuge im Bauch" über den Culcha Candela-Hit "Mon­sta" bis zum Karat-Heuler "Über sieben Brücken musst du gehn". Falcos "Kommissar" ist völlig dekonstruiert. Und "Major Tom" auf dem Tanzboden geerdet.

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(kurier) Erstellt am
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