837.500 Euro: Kopflose "Maria Magdalena" weit über Erwartungen versteigert

Das fragmentierte Gemälde der Barockmalerin Artemisia Gentileschi war im Dorotheum auf 150.000 Euro geschätzt worden.
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Ein kopfloses Gemäldefragment von Maria Magdalena der bedeutenden Barockmalerin Artemisia Gentileschi hat am Dienstagabend bei der Altmeister-Auktion im Wiener Dorotheum einen Preis von 837.500 Euro erzielt. Nach einem intensiven Bietergefecht wurde das Werk zugeschlagen, das zuvor auf einen Schätzwert von 100.000 bis 150.000 Euro taxiert worden war.

Im Zentrum des Gemäldes von Artemisia Gentileschi (1593-1654) klafft eine große Leerstelle, fehlen doch Oberkörper und Kopf der Heiligen. Vermutlich wurde der entsprechende Teil des Bildes in den Wirren der Nachkriegszeit herausgeschnitten. Der Vergleich mit einem ähnlichen Gemälde ließ den Experten aber keinen Zweifel, dass das Werk der Meisterin zuzuordnen ist. Im Zuge der verstärkten Auseinandersetzung mit Künstlerinnen, die von der Kunstgeschichtsschreibung lange übersehen wurden, nimmt Gentileschi eine Schlüsselrolle ein. 

"Das Paradox zwischen der Kraft des Bildes selbst und der dramatischen Verlustgeschichte, die diese rätselhafte Magdalena in sich trägt, ruft eine unmittelbare Reaktion hervor", wird Mark MacDonnell, Experte für Alte Meister im Dorotheum, zitiert.

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