Kopflose „Maria Magdalena“ bei Auktion im Dorotheum
Artemisia Gentileschi (1593–1654) ist die wohl berühmteste Malerin der Barockzeit: Bereits zu Lebzeiten hoch gerühmt, ist sie heute Galionsfigur einer Kunstgeschichtsschreibung, die Frauen nicht länger an den Rand rücken will.
Das befeuert auch den Kunstmarkt: Erst am 4. Februar dieses Jahres erzielte ein „Selbstporträt als Hl. Katharina von Alexandria“ bei Christie’s in New York mit 5,67 Millionen US-$ einen neuen Rekordpreis für die Künstlerin, die oft ihr eigenes Gesicht als Vorlage für Darstellungen historischer Figuren nahm.
Ob sie das auch bei dem Bildnis der Maria Magdalena tat, das nun am 28. April im Wiener Dorotheum zur Auktion kommt, weiß man nicht: Die Gesichtspartie wurde aus dem Gemälde herausgeschnitten, was „höchstwahrscheinlich mit dem Chaos und den Plünderungen im Berlin der Nachkriegszeit zu tun hatte“, wie es im Katalog heißt. Das Werk konnte dennoch klar Gentileschi zugeschrieben werden; der Schätzwert liegt bei 100.000 bis 150.000 Euro.
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