Fremdtrinken und Fanwandern beim VIS
Man sollte die Biere trinken, wie sie stehen: So macht es jedenfalls Julius Deutschbauer in seinem Kurzfilm "Haare lassen und Fremdtrinken". Der Filmemacher durchstreift in seinem 15-minütigen Werk Wirtshäuser im Salzburger Goldegg, adrett gekleidet und wortlos, um sich an den Getränken der - großteils munter zuprostenden und lachenden - Gäste zu laben. Im Rahmen des ersten von drei Programmen im Österreich-Wettbewerb des Kurzfilmfestivals "Vienna Independent Shorts" (VIS) stand Deutschbauers skurrile Performancearbeit am Mittwochnachmittag in ihrem Eigenbrötlertum aber nicht allein.
Unterwegs mit Hansi Hinterseer
"Einundreißig" erzählt von Beklemmung und Atemlosigkeit, wenn Regisseurin Maja-Iskra Vilotijevic in Nahaufnahme sich selbst gegenübersteht. Einmal ein Plastiksackerl über den Kopf gestülpt, holt sie immer wieder Luft, während die Gesichtszüge fratzenhaft in Erscheinung treten. Daneben spricht sie mit einem Lächeln im Gesicht und verfremdeter Stimme die Worte "You will never make it". Ein dreiminütiger, an die Substanz gehender Beitrag. Zehn Mal so lang dauert "Wie es uns gefällt" von Paul Meschuh, der eine problematische Mutter-Tochter-Beziehung um ein Pflegepaar ergänzt und mittels seiner glänzenden Darsteller und einem atmosphärischen Sound das Drama als Sozialstudie zwar klassisch inszeniert, dabei aber an den richtigen Stellen tiefer blickt.
Preisverleihung am Sonntag
Insgesamt rittern in den drei Wettbewerbsblöcken 19 Filme um eine Auszeichnung. Zu ihnen gesellen sich in drei weiteren Wettbewerben - internationale Spielfilme und Dokus, experimentelle und animierte Filme sowie Musikvideos - knapp 70 Arbeiten. Bei der diesjährigen zehnten Ausgabe des Festivals werden Auszeichnungen im Wert von 20.000 Euro vergeben, die von einer Trophäe in Form eines in Beton gegossenen V begleitet werden. Wer sich schlussendlich durchgesetzt hat, das kann man am Sonntagabend (19.30 Uhr) bei der Abschlussgala im Künstlerhaus Kino erfahren. Und vielleicht geht sich dann auch ein Schluck aus dem Gläschen der glücklichen Gewinner aus.
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