Die Geheimnisse Schuberts "herauskitzeln": Saisonstart in Atzenbrugg
Clemens Unterreiner, Künstlerische Leiterin Ildikó Raimondi, Andrea Linsbauer, Christian Reiter.
Auf Schloss Atzenbrugg im Tullnerfeld, wo Franz Schubert mehrere Sommer verbrachte, stehen die Schubertiaden 2026 unter dem Motto „Leben, Liebe, Vergänglichkeit“ und widmen sich dem Jahr 1826 – einer künstlerisch intensiven, zugleich von Krankheit geprägten Lebensphase des Komponisten.
Bei ihrem Salon im März hatte Intendantin Ildikó Raimondi in Wien unter anderem Clemens Unterreiner zu Gast. Der schillernde Bariton bestreitet heute, 16 Uhr, den Auftakt. „Für Atzenbrugg, das ein unglaublicher Sehnsuchtsort war, nicht nur für Schubert, hab ich mir überlegt, meine Lieblingslieder von ihm auszusuchen“, sagte Unterreiner. Dazu kommen noch Schumann und Strauss, es gehe um „Liebe, Sehnsucht, Leidenschaft, Natur, Verlust und Tod, also alle Themen unseres Lebens“. Andreas Láng wird dazu passende Geschichten erzählen.
Pianistin Andrea Linsbauer, die Unterreiner begleitet und auch solo spielt, sagt: „Ich fühle mich in Atzenbrugg sehr zu Hause. Und Schubert hat für Pianisten sehr angenehm geschrieben.“ Sie freue sich besonders auf Lieder wie „Ungeduld“ – oder „Der Wanderer“. Darin heiße es, zitiert Unterreiner: „Dort, wo du nicht bist, dort ist das Glück.“
Der Intendant der Oper Burg Gars, wo er heuer „Madama Butterfly“ zeigt, findet es in diesem Sinne wichtig, dass die vielen Festivals „nicht gegen- sondern miteinander arbeiten und an jedem Standort dessen Geheimnis herausgekitzelt wird.“ Das Lied bleibe bei ihm ohnehin oft auf der Strecke. Für „Gesang und Wort“ gab es noch Tickets im Nebensaal. Ein weiteres Highlight im Programm (schubertschloss.at): Gerichtsmediziner Christian Reiter und Ildikó Raimondi beleuchten am 21. Juni Schuberts Krankengeschichte wissenschaftlich und musikalisch.
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