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Kultur
02/24/2020

Forderung nach Neuausschreibung der oberösterreichischen Landeshymne

Die IG Autoren will zeitgemäße Hymne - der Autor des Lieds "Hoamatland", Franz Stelzhamer, war Antisemit

Die Generalversammlung der IG Autorinnen Autoren fordert eine Neuausschreibung der oberösterreichischen Landeshymne. Es brauche eine „zeitgemäße Hymne“, erklärte die Interessensgemeinschaft. Denn der aktuelle Text des „Hoamatland“ stammt von Franz Stelzhamer, dessen Werk „antisemitische Stereotype“ enthalte.

Jene 3 Strophen aus dem "Hoamatgsang" des 1802 geborenen, 1874 verstorbenen Mundartdichters, die 1952 zur oberösterreichischen Landeshymne erklärt wurden, lässt sich zwar kein direkter Antisemitismus ansehen - „Hoamatland! han di so gern. Wiar a Kinderl sein Muader, A Hünderl sein' Herrn" heißt es da etwa recht unterwürfig.

Doch die IG Autorinnen und Autoren ist nicht die erste Institution, die dem offiziellen Oberösterreich einen unkritischen Umgang mit dem Antisemitismus Stelzhamers unterstellt.

Dieser gipfelte 1852 in einem schlicht "Jude" betitelten Text, in dem Juden mit "Bandwürmern" verglichen werden und in dem implizit deren Vernichtung gefordert wird: "Wie oft man ihn auch abzutreiben versucht hat, man gewann, nicht so glücklich wie beim kleinen im menschlichen Körper, bis jetzt nur größere oder kürzere Stücke, nie aber den Kopf selbst", heißt es da über "den Juden".

„Angesichts des alarmierenden Erstarkens von Rechtsextremismus und Antisemitismus ist es unhaltbar, wenn selbst die offizielle Website des Landes Oberösterreich Franz Stelzhamer als untadelige Persönlichkeit darstellt, (...) aber über seinen Judenhass, der in einem nur dürftig verbrämten Genozidverlangen gipfelt, findet sich bis heute kein Wort“, hieß es in einer Presseaussendung der IG Autorinnen und Autoren.

Während die Stadt Wien 2019 in der Stelzhamergasse an prominenter Stelle eine große Zusatztafel angebracht habe, hätten Oberösterreich und Salzburg bisher keine derartigen Schritte gesetzt. Man rufe daher „alle Zuständigen in ganz Oberösterreich und Salzburg auf, sich zum Problemfall Franz Stelzhamer zu bekennen und es wie die Stadt Wien zu halten“, so die Interessensgemeinschaft..

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